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Polizisten zerstören in Kurvelesh, 200 km südlich von Tirana, eine Plantage mit 16 000 Cannabispflanzen. Foto: picture alliance/dpa

Prima Klima und organisierte Kriminalität
Cannabisanbau in Albanien

In der Zeit der Diktatur von Enver Hoxha hatte der Staat die Kontrolle über den Export von Hanf, der für Medikamente oder Heilkräuter angebaut wurde. 27 Jahre nach dem Sturz des kommunistischen Regimes ist der Drogenanbau in den Händen der organisierten Kriminalität. Die sozialistische Regierung von Edi Rama wurde 2013 gewählt und hat dem Drogenanbau den Kampf angesagt. In den letzten Jahrzehnten regierten die Sozialisten etwa gleich lang wie die Demokratische Partei. Und beide wichtigsten politischen Lager schieben sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu, dass der Antidrogenkampf zu wünschen übrig lässt. Am meisten Aufmerksamkeit erhielt in diesem Zusammenhang der Polizeieinsatz in dem südalbanischen Bergdorf Lazarat.

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Foto: picture alliance\dpa
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Das Dorf baute ganz offen Cannabis an, leistete Widerstand und musste Mitte 2014 regelrecht eingenommen werden. 130.000 Cannabispflanzen wurden zerstört, genau wie mehrere Drogenlabore für Kokain und Heroin. Außerdem wurde Geld und tonnenweise Marihuana beschlagnahmt. Anschließend verlagerte sich der Cannabisanbau laut Experten jedoch, zum Beispiel in unwegsamere und abgelegene Regionen des Landes. 100.000 bis 150 000 der knapp drei Millionen Bewohner Albaniens sind schätzungsweise im Cannabisanbau tätig, schätzt der albanische Investigativjournalist Artan Hoxha, der sich seit langem mit dem Drogengeschäft befasst.

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Artan Hoxha in einem Cannabisfeld in der nordalbanischen Region Kruja

Bei seinen Recherchen sucht Artan Hoxha nicht nur nach Cannabisfeldern, sondern auch nach Verbindungen zwischen organisierter Kriminalität, der Polizei und Politik.

Bauern oder auch bewaffnete Kleinkriminelle bewachen die Pflanzenfelder, korrupte Polizisten oder Politiker schauen weg, reiche Unternehmer investieren  und noch reichere Drogenbosse kontrollieren alles und sahnen ab. Viele Jugendliche machen zudem als Handlanger lieber das schnelle Drogengeld, als einen schlecht bezahlten Job. Die Bauern pflanzen also an. Sei es unter Druck oder weil sie damit mehr verdienen können, als mit der herkömmlichen Landwirtschaft. Die Regierung will hier investieren, um sie davon abzuhalten, doch die Mittel sind begrenzt. Cannabis gedeiht weil Albanien im Schnitt mehr als 200 Sonnentage pro Jahr hat. Laut Experten versorgte das Adrialand im Jahr 2015 mit rund 1800 Tonnen Marihuana einen guten Teil von Europa darunter Deutschland, Österreich Italien, Griechenland die Türkei oder Belgien. Der Preis ist zur Zeit gesunken, von auf 1000 – 15000 Euro und die Lager sind voll. Trotzdem: Cannabis bleibt ein Milliardengeschäft.

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