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Die Anti-Terrorismus-Konferenz der OSZE in Wien begann mit einer Schweigeminute für die Opfer von Manchester. Foto: BR | Videostandbild | Daniel Dzyak

Terror-Experte Neumann: "Gefahr von Anschlägen bleibt hoch"
OSZE-Konferenz im Schatten von Manchester

Die jährliche Anti-Terrorismus-Konferenz der Organisation für Sicherheit- und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist eigentlich Routine. Doch für dieses Jahr hat der OSZE-Vorsitzende Sebastian Kurz den Kampf gegen Radikalisierung zu einem OSZE-Schwerpunkt gemacht. Dann kam auch noch der Anschlag von Manchester – ausgerechnet am Vorabend der Konferenz. So begann die Tagung in Wien mit einer Schweigeminute für die Opfer von Manchester. Der deutsche Terrorismus-Forscher und OSZE-Sonderbeauftragte Peter Neumann betonte anschließend, er sehe eine anhaltend hohe Anschlagsgefahr, auch auf sogenannte „weiche“ Ziele wie das Popkonzert in Manchester. Neumann und der österreichische Außenminister Sebastian Kurz fordern vor allem mehr Maßnahmen zur Deradikalisierung Jugendlicher, etwa durch Initiativen in den sozialen Medien. Zu „Hotspots“ der Radikalisierung seien zudem etwa Gefängnisse geworden. Bis Herbst soll ein Programm für den Kampf gegen Radikalisierung für alle 57 OSZE-Staaten vorliegen. Vor allem in Ländern des westlichen Balkan und in Zentralasien gebe es Nachholbedarf. Doch auch bei den Behörden in Westeuropa müsse sich die Zusammenarbeit, angefangen beim Datenaustausch, noch deutlich verbessern.

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Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz (re.) hat den deutschen Terrorexperten Peter Neumann (li.) zum OSZE-Sonderbeauftragten für den Kampf gegen Radikalisierung ernannt. Foto: BR | Videostandbild | Daniel Dzyak
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„Die Tatsache, dass Gefängnisse auch Brutstätten sein können für Radikalisierung, und dass Gefängnisse auch Orte sind, an denen beispielsweise Terroristen mit organisierten Kriminellen zusammen kommen - das ist etwas, was in ganz vielen Ländern noch überhaupt nicht wahrgenommen wurde.“

Peter Neumann, Terror-Experte und OSZE-Beauftragter

„Wir erwarten uns von den islamischen Glaubensgemeinschaften eine starke Kooperation, denn sie sind es, die jungen Menschen glaubhaft vermitteln können, dass gläubige Muslime niemals solche Verbrechen begehen dürfen. Und gerade sie sind es auch, die die Möglichkeit haben, ‚role models‘ und Positivbeispiele zu präsentieren.“

Sebastian Kurz, österreichischer Außenminister und OSZE-Vorsitzender

„Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass wir uns die Art und Weise, wie wir leben, nicht nehmen lassen dürfen. Was es braucht, ist ein entschlossenes Vorgehen gegen diese Terroristen und gegen die Ideologie dahinter, aber gleichzeitig Entschlossenheit darin, dass wir unser Leben weiterhin so fortsetzen, wie wir das immer gemacht haben.“

Sebastian Kurz, österreichischer Außenminister und OSZE-Vorsitzender
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