Provokant und radikal offen ist der montenegrinische Künstler Dante Buu. Doris unterstützt ihn und seine Kunst. Foto: BR | Eldina Jasarevic

Ausstellung in Sarajevo
Lebensgefährlich provokant: Der Künstler Dante Buu

In der Galerie für zeitgenössische Kunst „DUPLEX100m2“ in Sarajevo kann man bis Ende Mai die erste selbständige Ausstellung des Künstlers Dante Buu besichtigen. Mit drei Werken provoziert der 28-Jährige die patriarchale bosnische Gesellschaft. Und wie? Indem er seine intimsten Gefühle, Wünsche und Fantasien Schritt für Schritt vor Fremden enthüllt.

Raum 1

Dante Buu

Das Video im ersten Raum wirkt nur beiläufig auf den Besucher. Auf dem schwarzen Hintergrund läuft ein bewegliches Bild von Dante Buu und darunter eine Liebeserklärung auf Englisch: “In the midday light of your boyfriend´s bedroom you said: You are the most beautififul man I have ever kissed”.

Raum 2

In dem zweiten Raum erfährt der Besucher schon mehr: An der kahlen Wand sind fünf große Schwarz-Weiß-Fotos ausgestellt. Auf jedem der Bilder küssen sich zwei Männer auf den Mund. Einer davon ist Dante Buu, der Künstler selbst. Der Text zu den Bildern: „Wir waren nie Geschäftspartner, Paten, Kumpel, Freunde, Brüder“. Foto: BR | Eldina Jasarevic
In dem zweiten Raum erfährt der Besucher schon mehr: An der kahlen Wand sind fünf große Schwarz-Weiß-Fotos ausgestellt. Auf jedem der Bilder küssen sich zwei Männer auf den Mund. Einer davon ist Dante Buu, der Künstler selbst. Der Text zu den Bildern: „Wir waren nie Geschäftspartner, Paten, Kumpel, Freunde, Brüder“. Foto: BR | Eldina Jasarevic

Raum 3

Im dritten Raum ist es stockdunkel, es gibt kein Licht, nur einen Sessel auf dem ein Fotoalbum liegt. Darin Fotos, die nackte männliche Körper, männliche Geschlechtsorgane und männlichen Gruppensex zeigen. Wenn der Besucher sich es in dem Sessel gemütlich macht und das Album in die Hände nimmt, ist er im Dunklen schonungslos mit dem Intimleben von Dante Buu konfrontiert. Der Künstler selbst ist auf vielen Fotos nämlich klar zu erkennen. Foto: BR | Eldina Jasarevic
Im dritten Raum ist es stockdunkel, es gibt kein Licht, nur einen Sessel auf dem ein Fotoalbum liegt. Darin Fotos, die nackte männliche Körper, männliche Geschlechtsorgane und männlichen Gruppensex zeigen. Wenn der Besucher sich es in dem Sessel gemütlich macht und das Album in die Hände nimmt, ist er im Dunklen schonungslos mit dem Intimleben von Dante Buu konfrontiert. Der Künstler selbst ist auf vielen Fotos nämlich klar zu erkennen. Foto: BR | Eldina Jasarevic

Offenheit befreit

So ehrlich und offen in seinem Werk ist kaum ein Künstler auf dem Balkan. Eine solche Provokation kann für Dante Buu lebensgefährlich sein. In der Region werden Homosexuelle wegen ihrer Andersartigkeit angegriffen. Dante Buu ist sich dieser Gefahr absolut bewusst und erklärt seine Kunst so: „Viele wollen oder dürfen ihre eigene Identität nicht öffentlich zeigen und lügen deshalb. Lügen aber kostet sehr viel Zeit und Energie, erschöpft einen. Wenn sie aber ihre wahre Identität enthüllen würden, wäre das für die ganze Gesellschaft von Nutzen. Sie würden dann ihre Zeit und Energie irgendwo anders investieren können, was für uns alle besser wäre.

Die Ausstellung ist bis zum 27.5. in der bosnischen Hauptstadt zu sehen.

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