Der mazedonische Präsident Ivanov hat nach mehrmonatiger Weigerung doch den Sozialdemokraten Zaev mit der Regierungsbildung in Mazedonien beauftragt. Foto: Robert Atanasovski | AFP | picturedesk.com

Präsident beauftragt Sozialdemokraten nun doch mit Regierungsbildung
Hoffnung auf Ende der Krise in Mazedonien

„Wir garantieren, die Einheit, Souveränität, territoriale Integrität und den multiethnischen Charakter Mazedoniens zu schützen.“

Zoran Zaev, Parteichef der Sozialdemokraten, der mit drei albanischen Parteien regieren will

„In Mazedonien ist der Prozess der EU-Annäherung wichtiger ist als die Frage, wann Mazedonien wirklich EU-Mitglied werden kann. Wir brauchen den Prozess der Integration. Wir haben dabei einen großen Rückschlag erlebt. Jetzt müssen wir erst mal zum Stand von 2005 zurück, als die Demokratisierung so weit fortgeschritten war, dass wir zum EU-Beitrittskandidaten wurden.“

Sasho Ordanoski, mazedonischer Journalist

Der Druck von EU und USA hat gewirkt: Nach monatelanger Weigerung hat der mazedonische Präsident Djordje Ivanov den Sozialdemokraten Zoran Zaev mit der Regierungsbildung beauftragt. Der bisherige Oppositionschef Zaev hat zusammen mit drei Parteien der albanischen Bevölkerungsgruppe eine Mehrheit im Parlament. Doch Ivanov, Vertrauter von Langzeit-Regierungschef Nikola Gruevski, hatte sich quergestellt. Offiziell, weil ihm die Zugeständnisse Zaevs an die albanische Minderheit zu weit gingen und er die Einheit des Landes bedroht sah.

Das Gruevski-Lager fürchtet den Machtverlust allerdings auch, weil dem Ex-Premier und seinen Vertrauten Gefängnisstrafen drohen. Die auf Druck der EU eingerichtete Sonderstaatsanwaltschaft wirft ihnen schwere Kriminalität, Korruption, die Bespitzelung zehntausender Bürger und die Gängelung von Justiz und Medien vor. Vor drei Wochen hatten Gruevski-Anhänger das Parlament gestürmt, 100 Menschen verletzt und auch Oppositionschef Zaev blutig geschlagen.

Mit Spannung wird erwartet, ob die Gruevski-Anhänger den Machtwechsel akzeptieren und ob Zaev wirklich ein Neustart gelingt. Es geht nicht nur darum, wieder aufgebrochene – und von den Parteien instrumentalisierte – ethnische Spannungen zwischen slawisch-mazedonischer Bevölkerungsmehrheit und albanischer Minderheit zu beruhigen. Es geht vor allem darum, Mazedonien wieder auf Demokratisierungskurs zu bringen – weg von Korruption und Klientelismus, hin zur Annäherung an NATO und Europäische Union. Das jedenfalls hat Zaev als ein Hauptziel vorgegeben.

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Demonstranten in Skopje protestieren gegen zu viele Zugeständnisse an die albanische Bevölkerungsminderheit. Foto: BR | Schaban Bajrami
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Kommentare (8)

Der Makedone am

Der neue Regierungschef Zoran Zaev der Republik FYROM, so der abgekürzte offizielle Staates im einstigen Süden Jugoslawiens, konnte nur mit Hilfe der Albaner an die Macht kommen, zwei albanische Parteien sind an der Regierung beteiligt..

Ein (einstiger?) UCK-Kommandant ist Präsident des Parlamentes der Republik FYROM geworden. Seine erste Tat war das Aufstellen der albanischen Fahne auf seinem Präsidenten-Schreibtisch.

Zoran Zaev hat den Albanern vieles versprochen, jetzt zeigt sich, dass er ihnen zu vieles versprochen hat. Die albanische/n Partei/en haben jüngst unmissverständlich erklärt, dass sie innerhalb der 100-Tage-Frist die Umsetzung des Versprechens sehen wollen, die albanische Sprache zur Amtssprache zu erklären, landesweit. Andernfalls drohen sie mit dem Rückzug aus den Regierungsgeschäften, um sich anderen albanischen Parteien zusammenzuschließen etc.

Wir können weiter davon ausgehen, dass die Albaner an der (raschen) Verwirklichung ihres Staates „ILIRIDA“ arbeiten, wie bereits erklärt und seit langer Zeit bekannt.

In Bulgarien, einem Land, welches zwar den Staat sehr schnell anerkannte, aber bis heute weder die von Tito ausgerufene und aus dem Hut gezogene „mazedonische Ethnie“ anerkennen, noch die sog. „mazedonische Sprache“, da es die Slawen in FYROM als Bulgaren sieht und die Sprache nichts anderes als ein bulgarischer Dialekt.
In diesem Sinne hat die neue Regierung unter Zoran Zaev anerkannt, dass es keine „mazedonische Minderheit“ in Bulgarien gäbe. Also wurden die Menschen von den früheren Regierungen der Republik FYROM vorsätzlich getäuscht.

Warum hier von einer Hoffnung der Krise in der Republik FYROM gesprochen wird ist für mich nicht nachvollziehbar.

Der einzige Freund, der gegenüber der Republik FYROM keinerlei Ambitionen hat, ist Makedonien (Griechenland), aber Makedonien (Griechenland) will und wird seinen über 2600 Jahre existierenden griechischen Namen, der in Einheit mit der griechischen und nicht der slawischen Welt steht, seinem nördlichen Nachbarn, der Republik FYROM, nicht übertragen, auch nicht mit einem Namenszusatz.

Und da die Albaner an der Namenslösung eine aktive Rolle spielen woll(t)en (Bedingung zur Unterstützung von Zoran Zaev!), dürfte es bald mehrere Teile der Republik FYROM geben. Alles läuft darauf hinaus.

Viktoria am

Super. Das Volk demonstriert draußen vor dem Parlament gegen Zaev und durch die ganze Republik und die EU übt Druck aus, dass gerade dieser Zaev künftig Premier wird. Dass sein Bodyguard im Parlament ebenfalls eine Waffe dabei hatte, hat man vergessen zu erwähnen. Nicht dass Gruevski ein Engel wäre, meines Erachtens auch korrupt, nichtsdestotrotz hat er zumindest ein bisschen mehr Integrität gezeigt. Danke EU, dass euch der Wille des Volkes so schnuppe ist, und ihr unter dem Deckmäntelchen irgendwelcher Integrationen, Menschenrechte oder sonstiger Floskeln eure Vasallen implementiert. Dabei schreibt die Presse denjenigen hoch und die anderen sind automatisch Nazis. Egal ob das vom historischen, ökonomischen und sozialen Kontext her passt. Dass die meisten Mazedonier empört waren, dass Xhaferi zum Parlamentsvorsitzenden gewählt wurde, ich übrigens auch, hat nichts mit seiner Nationalität zu tun sondern mit seiner kriminellen Vergangeheit.
[Der Kommentar wurde aufgrund der Kommentarrichtlinien von der Redaktion gekürzt]

Saja am

Schämst du dich weil du ein Slawe bist? ?
Die können mir gerne mehrmals Albaner rufen hehehe

    Aleksandar Treti am

    Auch Albaniens Nationalheld Skenderbeg war Slawe, seine Mutter hieß Voisava seine Geschwister hatten durch und durch slawische Namen.

    Wir wissen alle wer sich schämt Slawe zu sein. Shqipetaren welche sich in Albaner umtaufen.

    Viktoria am

    Sorry, aber die Albaner sind auch nicht so begeistert, dass man sie Squipetaren, Arnauten, Geghen, Tosken oder noch andere unschöne Beinamen nennt.
    Es geht nicht um schämen, sondern darum, dass diese Slawen seit 13 Jahrhunderten dort leben und ich persönlich diese ethnologische Bezeichnung als überflüssig und pejorativ empfinde. Natürlich haben wir eine slawische Sprache und dass ist kein Grund zur Schande. Aber wenn ich weiss, dass meine Familie sich nachweislich in den letzten 150 Jahren als mazedonisch betrachtet hat und dafür gekämpft hat, dann finde ich es nicht in Ordnung, dass mir das der Westen mit irgendwelchen Attributen streitig macht. Vor allem, da doch die Selbstbestimmung der Völker und deren Integrität so wichtig ist. Oder sind es wieder diese doppelten Standarde, die einen dürfen, die anderen nicht. Und vor allem die Albaner die ständig nach mehr Rechten kreischen sollten dies verstehen und respektieren und nicht immer jede Gelegenheit nutzen um ihre rassistischen Ressentiments gegen die Slawen unter irgendwelchen Artikeln kundzutun.

Makedonets am

Unerhört das die ARD Mazedonier als Slawen diffamiert.

Das zeigt woher das Lobbygeld für die Journos von ARD kommt, Ihr solltet Euch was schämen, halbherzige Artikel verfassen und dann noch diffamieren

    Mustermann am

    Nun, sie sprechen eine slawische Sprache, die dem Bulgarischen sehr ähnelt.
    Sie tragen Namen wie Zoran und Sasho, was sehr slawisch klingt.
    Sie schreiben mit kyrillischen Buchstaben, wie alle Slaven.
    Ihr erster Präsident Kiro Gligorov stand sogar zu ihrem Slaventum und machte keinen Hehl daraus.
    Also sehr viele Indizien sprechen dafür.

    Was sollen sie denn sonst sein? Richtige Makedonen findet man etwas weiter südlich.

      Aleksandar Treti am

      Warum sollte eine linguistische Eigenschaft als Synonym einer Identität verwendet werden?

      Wenn schon die Minderheit bei Ihrer Identität benannt wird, kann auch ein Makedonier erarten ohne Synonym oder Präfix genannt zu werden.

      Siehe Auswärtiges Amt, ethnische Makedonier = Makedonier.

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