Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) am Mittwoch, 10. Mai 2017, anlässlich eines Pressestatements zum Rücktritt des Vizekanzlers und ÖVP-Chefs Reinhold Mitterlehner im Bundeskanzleramt in Wien. Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com

Kern-Schmelze in Österreich?
Ein Jahr Kanzler Kern

Österreichs Bundeskanzler Kern steht vor einem Scherbenhaufen: Vor einem Jahr übernahm er den Job als Wiener Regierungschef, nachdem sein Vorgänger Werner Faymann am 1. Mai von den Genossen ausgepfiffen worden war. Der frühere ÖBB-Manager Kern trat dynamisch an, voller Reform-Eifer.

Doch dann war auch er gefangen im Getriebe der Großen Koalition – mit einem Koalitionspartner, der den Spagat wollte: Regieren und Opponieren gleichzeitig. Und er war konfrontiert mit seinem künftigen Herausforderer: Sebastian Kurz, Außenminister und machthungriger Jung-Star der Konservativen.

Jetzt kam es zum Eklat. Die ÖVP verlor ihren Vorsitzenden und Vizekanzler. Reinhold Mitterlehner wollte nicht mehr. Kern verlor einen Mann des Ausgleichs. Und damit war klar: Diese Koalition ist am Ende. Wenig überraschend putschte Kurz in Partei und Regierung, rief nach Neuwahlen und machte sich zur politischen Ich-AG. Im Herbst treten nun Kurz und Kern gegeneinander an. Lachende Dritte dürfte die FPÖ werden.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
Außenminister Sebastian Kurz, ÖVP (l.) und Bundeskanzler Christian Kern, SPÖ treten bei den Neuwahlen im Oktober 2017 gegeneinander an. Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.