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Der Eurovision Song Contest findet 2017 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt. Foto: picture alliance | dpa

Eurovision Song Contest 2017
Das sind die Finalisten aus dem Berichtsgebiet!

Wenn es einen Event im Jahr gibt, bei dem Glitzer und Glamour herausstechen, dann ist es garantiert der Eurovision Song Contest. Dieses Jahr ist die Ukraine das Gastgeberland. 26 Finalisten kämpfen am Samstagabend um den Titel. Dabei lief es beim ESC 2017 bislang eher holprig. Im Vorfeld gab es einen politischen Eklat: Russland wird nicht teilnehmen und zeigt das Finale auch nicht im TV. Der russischen Kandidatin Yulia Samoylova wurde die Einreise in die Ukraine verboten. Grund dafür: Samoylova war 2015 auf der von Russland annektierten Krim aufgetreten. Noch nie in der Geschichte des Eurovision Song Contests ist so etwas passiert.

Aber die gute Nachricht: Immerhin fünf Kandidaten aus dem Berichtsgebiet des ARD Studios Südosteuropa sind ins Finale eingezogen. Neben einer Jodel-Einlage aus Rumänien, haben auch Ungarn mit einem Song in der Landessprache und Bulgarien mit einem 17-jährigen Nachwuchstalent überzeugt.

Wir stellen die fünf Finalisten noch einmal kurz vor: Wer hat Chancen auf einen Sieg beim Eurovision Song Contest 2017?

 

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Bulgarien: Kristian Kostov mit "Beautiful Mess"

Erst 17 und schon auf dem Weg nach ganz oben: Mit dem Song „Beautiful Mess“ tritt die singende Zahnlücke Kristian Kostov für Bulgarien an.  Aber man sollte sich nicht von seinem jugendlichen Aussehen täuschen lassen: Sobald Kostov die Bühne betritt, schmettert er mit tiefer Stimme schmachtige Balladen, als hätte er sein Leben lang nichts anderes getan.

Jodelnde Rumänen und Bubi-Bulgare

Er hat wohl die größten Chancen unter den Teilnehmern aus Mittelost- und Südosteuropa: Der 17-jährige Bulgare Kristian Kostov. Überraschend hat er sich nach dem zweiten Halbfinale zum Geheimfavoriten gemausert. Der Teenie-Schwarm steht schon seit er sechs Jahre alt ist auf der Bühne und ist beim ESC 2017 der jüngste Kandidat. 2014 nimmt er an der russischen Ausgabe von „The Voice Kids“ teil. Und der Casting-Hype geht noch weiter: Mit Top-Platzierungen bei Casting Shows in Bulgarien und einem ersten Nummer-1-Hit hat er bereits in jungen Jahren schon viele Erfolge vorzuweisen. Sein Song „Beautiful Mess“ ist eine gefühlvolle Ballade, die er gerne mit einem gekonnten Schlafzimmerblick performt. Wettanbieter sehen den Song unter den Top 3 im Finale. Damit würde er sogar Landsfrau Poli Genova aus dem Vorjahr überflügeln, die letztes Jahr in Stockholm mit dem vierten Platz die beste Platzierung für Bulgarien seit vielen Jahren erreichte.

Mehr als kurios ist der Beitrag von Rumänien: Jodeln und Rappen. Und während Ilinca und Alex Florea mit „Yodel it” ins Finale einziehen, scheidet die Schweiz mit seiner rumänischstämmigen Vertreterin Miruna Manescu aus. Ironie des Schicksals? Die Medien in Rumänien jedenfalls sind begeistert und sehen ihre Teilnehmer schon als Favoriten. Zugegeben: Der rumänische Song ist außergewöhnlich. Wer beim Lesen des Titels „Yodel it“ an volkstümliche Melodien denkt, wie man sie aus traditionellen Heimatfilmen kennt, wird sich beim Hören des Songs wundern. Denn bei dem Song des Pop-Duos handelt es sich vielmehr um eine schräge Rap-Jodel-Crossover-Nummer. Die Wettbüros sehen keine Chancen für einen Sieg Rumäniens, aber immerhin eine Top-10-Nominierung: Platz sechs oder sieben haben sie ihnen prognostiziert.

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Rumänien: Ilinca und Alex Florea mit „Yodel it”

Der Rapper und die Jodlerin: Ilinca feat. Alex Florea vertreten Rumänien mit einer alpenländisch inspirierten Spaßnummer. Das Lied schafft vor allem eines: Es bietet Abwechslung zu den meisten ESC-Songs.

Wie stehen die Chancen für Ungarn, Österreich und Kroatien?

Für Ungarn tritt Joci Papai  mit dem Song „Origo“ an. Das Äußergewöhnliche an ihm: Er ist ein ungarischer Roma, einer ethnischen Minderheit, die im Victor-Orban-regierten Ungarn vielerorts bis heute nicht gern gesehen ist und diskriminiert wird, wie er selbst erzählt. Umso glücklicher macht es den Musiker, dass sich seine Landsleute im nationalen ESC-Vorentscheid für ihn entschieden haben. Der Songtitel bedeutet übersetzt „Ursprung“. Im Halbfinale sang er sogar in seiner Landessprache. Die kulturellen Wurzeln als Roma lässt Papai in seine Musik einfließen. Er verbindet in seinem Song „Origo“ die Klänge der klassischen Gipsy-Music mit modernen Rap- und Pop-Elementen. Dass er den Sieg beim Eurovision Song Contest 2017 holt, ist eher unwahrscheinlich. Wettbüros sehen den Ungarn auf Platz 16.

Knapp vor ihm liegt da noch Nathan Trent, der für Österreich antritt. Platz 15 prognostizieren ihm die Wettbüros. Den Sprung ins Finale schaffte Trent ganz knapp: Als letzter wurde er im Halbfinale nominiert. Am Samstagabend geht er als vierter an den Start. Seinen Song „Running on Air“ performt er in einem Halbmond mit Flügelchen an den Schuhen. Der Song kommt ohne Ecken und Kanten daher, fröhlich und beschwingt. Ein typischer Happy-Song. Stimmlich leistet sich Nathan, der eigentlich Nathanaele heißt, wahrscheinlich keinen Fehltritt und wird mit seiner Performance für Gute-Laune-Stimmung in Kiew sorgen.

In Kroatien sitzt er eigentlich selbst in der Jury und urteilt über das Können von Sängern: Jacques Houdek auch Mr. Voice genannt – entweder, weil er eine sehr kräftige Stimme besitzt, oder aber, weil er Jurymitglied der kroatischen Ausgabe von „The Voice“ war. Mit dem Song „My Friend“ kombiniert Houdek eine englische Pop-Ballade mit epischem Operngesang auf Italienisch. Eigentlich ist er schon ziemlich erfolgreich: Er hat bislang 13 Alben veröffentlicht und zahlreiche Awards gewonnen. Und dieses Jahr hat es dann nach ein paar vergeblichen Versuchen endlich auch mit der ESC-Teilnahme geklappt. Seine Chancen auf einen Sieg stehen ganz ok: Platz acht prophezeien ihm die Buchmacher.

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