Dieser Musiker hat ein Lied über das Musik-Verbot in der Wiener U-Bahn geschrieben. Foto: BR | Andrea Beer

„Wiener Linien“ suchen U-Bahnstars – und ernten damit auch Kritik
Bühne frei für Balkanpunk, Soul und Volksmusik

Live Musik ist in der Wiener U-Bahn bisher verboten. Jetzt möchte die knapp zwei Millionen Stadt Wien gleichziehen, mit London oder Berlin. Ab Juli erlauben die Wiener Linien Live Musik, zunächst treten zehn ausgesuchte Bands in der U-Bahn Station „Westbahnhof“ live auf. Sie müssen zuvor ein Auswahlverfahren durchlaufen und werden am Ende von einer Jury ausgesucht. Ziel ist es, die gefühlte Sicherheit in der U-Bahn zu verbessern. Ob Solomusiker oder eine ganze Band, Künstlerinnen und Künstler bekommen damit die Chance auf ein Millionenpublikum, denn immerhin fahren täglich rund 1,5 Millionen Menschen mit den „Öffis“ und durch eine U-Bahnstation wie den „Westbahnhof“ schieben sich pro Tag immerhin rund zweihunderttausend Menschen.

Ob Volksmusik, Pop oder Balkanpunk, die Musikrichtung spielt bei der Auswahl keine Rolle. „Nur gut müssen sie sein“, sagt Answer Lang von den Wiener Linien. Das Interesse ist groß und auch viele Musiker die bisher vor allem Straßenmusik machen, sehen nun eine Chance, bekannter zu werden. Die Musiker die ausgewählt werden spielen dann einen Monat. Wenn es gut läuft, dann wollen die Wiener Linien Livekonzerte in weit mehr Stationen erlauben. An der Aktion gibt es aber auch Kritik. Denn die Musiker bekommen keine Gage und das wird als Demütigung empfunden, etwa von dem Musiker Ernst Molden. Dieser gab dem „Kurier“ ein Interview und meinte darin, man müsse Musiker bezahlen und die U-Bahn entweder für alle öffnen oder für keinen. Auch das Auswahlverfahren findet Ernst Molden nicht in Ordnung, da nicht der Magistrat entscheiden könne, was gute Musik sei. Ernst Molden ist mit seiner Kritik in dem Kurierinterview nicht alleine. Inzwischen gibt es eine Online-Petition mit dem Titel „Musik ist nicht wertlos – Quo Vadis Musikstadt Wien“.

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Die Aktion stößt auf Interesse aber auch auf Kritik. Foto: BR | Andrea Beer
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