Der britische Thronfolger Prinz Charles (2.v.l.) und seine Ehefrau Herzogin Camilla (3.v.l.) werden am Mittwoch, 5. April 2017, von Bundespräsident Alexander Van der Bellen (l.) und seiner Ehefrau Doris Schmidauer (r.) in der Präsidentschaftskanzlei in Wien im Rahmen ihres Österreich-Besuches empfangen. Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com

Café Demel, Spanische Hofreitschule und ein bisschen Politik
Prinz Charles und Herzogin Camilla in Wien

Dicht gedrängt stehen die Menschen an den Absperrungen, in der einen Hand das Handy, in der anderen kleine Fahnen mit der britischen Flagge drauf. „Charles, Charles“, rufen sie auf einmal, die Fahnen wedeln wild umher, Hände schnellen nach oben und auf den Bildschirmen der Handys erscheint der Thronfolger Großbritanniens mit seiner Gattin Camilla, verwackelt, verpixelt, mit Polizei im Hinter- und den Köpfen anderer Fans im Vordergrund. Aber egal, Hauptsache sie sind drauf, die Royals, fürs digitale Fotoalbum daheim. Dabei sein ist alles. Wien freut sich über den Staatsbesuch aus dem britischen Königshaus.

 

Österreich sei ja schließlich auch mal eine Monarchie gewesen, da fühle man sich verbunden, sagt mir einer der Fans. Es brauche Stabilität in der heutigen Zeit und so ein Königshaus symbolisiere das. Sowas würde hierzulande auch nicht schaden, ergänzt ein anderer. Irgendwo tief in der österreichischen Seele schlummert sie doch noch, die Sehnsucht nach der alten K.u.K.-Monarchie, merke ich.

 

Zwei Tage lang halten sich Prinz Charles und Herzogin Camilla in der österreichischen Hauptstadt auf. Als erstes gibt es einen Kaffee im Demel, danach Begrüßung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie Bundeskanzler Christian Kern. Im Musikverein lauscht das Paar einer Probe der Wiener Philharmoniker, beim Heurigen geht es um nachhaltige Landwirtschaft, bei der OSZE um religiöse Toleranz und zum Schluss besucht die Herzogin noch die Spanische Hofreitschule. Durch den Brexit politisch beeinflusst sei der Besuch nicht gewesen, so der britische Botschafter Leigh Tuner. Er sei schon vorher geplant gewesen und diene der Untermauerung der ohnehin tiefen und warmen Beziehungen zwischen Großbritannien und Österreich.

Beitrag: Tamara Link

Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Günter Stöger

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