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Serbiens Premierminister Aleksandar Vucic bei der Stimmabgabe mit seiner Tochter. Laut Hochrechnungen hat er 55 Prozent der Stimmen bekommen und muss nicht in die Stichwahl. Foto: picture-alliance | dpa

Die Präsidentenwahl in Serbien ist ohne Stichwahl entschieden
Vucic triumphiert schon in erster Wahlrunde

Mit den ersten Prognosen des staatlichen serbischen Fernsehens RTS war klar: die Wahl wird zum Triumph für Aleksandar Vucic. Der jetzige Regierungschef kommt demnach auf mindestens 55 Prozent der Stimmen und hat die Präsidentenwahl schon in der ersten Runde gewonnen. Auf Platz zwei kommt den Prognosen zufolge der frühere Ombudsmann der Regierung, Sasa Jankovic mit rund 16 Prozent. Der Komiker Luka Maksimovic, Kunstname Beli, landet demnach mit gut 9 Prozent auf Platz drei. Zuvor hatte sich der Satiriker einen letzten Scherz erlaubt und kurz nach Schließung der Wahllokale verkündet, er habe die Wahl mit Zweidrittelmehrheit gewonnen, sei mit dem Ergebnis aber unzufrieden.

Die Wahlbeteiligung blieb mit rund 53 Prozent in etwa so niedrig wie bei der letzten Präsidentenwahl 2012. Die zersplitterte Opposition, die mit insgesamt zehn Kandidaten angetreten war, hatte im Vorfeld auf eine höhere Wahlbeteiligung mit entsprechend vielen Proteststimmen gegen Vucic gesetzt.

Damit ist klar: der Plan des 47-jährigen Alexandar Vucic, seit Jahren der starke Mann Serbiens, ist aufgegangen: Er kann in das Amt des Staatspräsidenten wechseln und wird – so die Erwartung in Serbien – voraussichtlich einen treuen Gefolgsmann als nächsten Regierungschef installieren. Damit würde Vucic die Fäden der Macht auch im neuen Amt in der Hand behalten.

Vucic, bisher in der zweiten Amtszeit selbst serbischer Regierungschef, hatte sich erst vor wenigen Wochen entschieden, als Präsident zu kandidieren und den bisherigen Amtsinhaber Tomislav Nikolic zum Verzicht auf eine weitere Kandidatur gezwungen.

Vucic hat den vierwöchigen Wahlkampf dominiert, den gesamten Machtapparat des Staates zu seinen Gunsten eingesetzt. Regierungsunabhängige Organisationen in Serbien kritisierten den Wahlkampf als weder frei noch fair – vor allem mit Blick auf Vucics Machtfülle, seine finanziellen Ressourcen und Verleumdungskampagnen der Vucic-treuen Boulevardpresse gegen Kritiker.

Es wird erwartet, dass Vucic auch als künftiger Präsident Serbiens seinen Kurs der EU-Annäherung fortsetzt, mit dem Ziel eines Beitritts zur Europäischen Union. Allerdings hat Vucic in letzter Zeit auch die Beziehungen zu Russland wieder verstärkt. In der serbischen Bevölkerung – das zeigen Umfragen – ist das Vertrauen auf einen EU-Beitritt in absehbarer Zeit stark rückläufig.

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