Sasa Jankovic, ehemaliger serbischer Volksanwalt (Ombudsmann) bei der Abschlusskundgebung in Belgrad. Laut Prognosen landet er mit 16 Prozent auf dem zweiten Rang. Foto: BR | Dejan Stefanovic

Experten halten die Wahl in Serbien für weder frei noch fair
Allmächtiger Vucic, schwache Opposition

Vucic auf Wahlplakaten, Vucic im Fernsehen, Vucic auf Seite 1 der Zeitungen: der 47-jährige frühere Ultranationalist, heute zum EU-Befürworter gewandelt, dominiert den Präsidenten-Wahlkampf in Serbien. Eigentlich ist sein jetziges Amt – Regierungschef – das mächtigere, doch weil er bei der Präsidentenwahl den Erfolg eines Konkurrenten befürchtete, beschloss er kurzerhand, selbst zu kandidieren – und die Macht künftig in das Präsidentenamt zu verlagern. Umfragen sagen Aleksandar Vucic mehr als 50 Prozent der Stimmen voraus – keiner der zehn Gegenkandidaten kommt demnach über 10 Prozent hinaus. Unabhängige serbische Experten – Politikwissenschaftler, NGOs, kritische Journalisten – halten die Wahlen für nicht wirklich frei oder fair. Vucic-Gegner würden gezielt unter Druck gesetzt. Dabei ist Serbien – jedenfalls theoretisch – der nächste EU-Beitrittskandidat.

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Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am letzten Mittwoch auf dem Belgrader Platz der Republik, um den Kandidaten Jankovic zu unterstützen. 100 prominente Persönlichkeiten – Schriftsteller, Journalisten, Schauspieler und Professoren appellierten Ende November an Jankovic, er solle als parteiloser Präsidentschaftskandidat gegen Vucic antreten. Foto: BR | Dejan Stefanovic
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