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Aufbruch am zweiten Wettkampftag um 05:00 Uhr morgens vom Nachtbiwak.. Foto: BR | Michael Mandlik

"Härtester militärischer Gebirgswettkampf der Welt"
"Edelweiss Raid 2017" im Tiroler Hochgebirge

Es ist noch stockdunkel um 4 Uhr morgens. Dennoch herrscht im militärischen Lager Walchen Hochbetrieb. Der auf 2000 Meter Höhe gelegene Stützpunkt des österreichischen Bundesheeres in der Wattener Lizum ist erneut Austragungsort der „Edelweiss Raid 2017“, einem Hochleistungswettbewerb für Gebirgsjäger. 128 Soldaten aus zehn Nationen haben sich als Teilnehmer zu dem Wettkampf angemeldet. Ungefähr das Fünffache an Soldaten ist zusätzlich angereist für Logistik, Transport und Organisation im allgemeinen. Entsprechend voll ist der mit Scheinwerfern beleuchtete Hauptplatz des Lagers. Jeeps, Unimogs und gepanzerte Kettenfahrzeuge kreuzen die vereisten Straßen. Befehle in unterschiedlichen Sprachen hallen durch die zu Ende gehende Nacht.

Das österreichische Bundesheer hat nunmehr zum achten Mal zu diesem – nach eigenen Angaben – „härtesten militärischen Gebirgswettkampf der Welt“ in die Wattenser Lizum geladen. Gekommen sind diesmal speziell trainierte Gebirgsjäger aus der Schweiz, Deutschland, Italien, Großbritannien, Polen, der Slowakei, Rumänien, Mazedonien und Russland. Die gastgebenden Österreicher hatten in den vergangenen Jahren den Wettkampf dominiert, die Soldaten des Bundesheeres hatten am Ende beinahe regelmäßig auf der Siegertreppe triumphiert. Diesmal sollte es anders kommen.

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Edelweiss Raid 2017

Beitrag: Michael Mandlik

Kamera: Rudi Neuwardt

Schnitt: Günter Stöger

Alle, die an diesem Wettkampf schon teilgenommen haben, bestätigen, dass sie die Anforderungen während des zwei Tage dauernden Gebirgsmarathons regelmäßig an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht haben. Kein Wunder. An den zwei Tagen haben die Soldaten 40 Kilometer hochalpine Gebirgsstrecke und dabei 4000 Höhenmeter zu überwinden. Zusätzlich warten militärische Sonderaufgaben wie Abseilen an der Steilwand, Schießen oder Verwundete bergen und transportieren auf die Teilnehmer; Aufgaben, wie sie im militärischen Ernstfall auch auf die Soldaten zukommen. Das Entscheidende an diesem Wettkampf aber ist, dass die jeweils acht Mann starken Teams die Ziellinie am Ende des zweitägigen Wettkampfs vollzählig überqueren müssen. Fällt nur ein Teammitglied aus – wegen Verletzung oder auch Erschöpfung – dann wird das gesamte Team disqualifiziert.

Sieg eine Prestigefrage

Alle Teilnehmer haben monatelang auf diesen Härtetest hin trainiert; schließlich ist es am Ende auch eine Prestigefrage, wer die begehrte Siegertrophäe – eine gläserne Skulptur in Form eines Bergkristalls – in sein Land bzw. in seine Einheit mitnehmen darf.

Wettertechnisch sieht es ideal aus, als der Startschuss am Morgen im Lager Walchen gegeben wird. Strahlender Sonnenschein mit entsprechender Wärmeentwicklung aber kann in Höhen von bis zu 2700 Metern auch schnell unangenehm werden, wenn man sich permanent mit erheblichem Gewicht an Gepäck und Ausrüstung die Berge auf Skiern hoch- und entlang bewegen muss. Die dünne Höhenluft tut ihr übriges. Ein Konditions-Härtetest ist es dann auch, wenn unmittelbar nach waghalsigen Abseilaktionen von verschneiten Steilhängen die militärische Disziplin Schießen wartet. Biathlon auf die harte Tour sozusagen. Schlechte Trefferergebnisse fürchten die Wettkampfteilnehmer am meisten, denn besonders hier kann es dafür von den allseits präsenten Prüfern viele Strafminuten hageln.  Auch bei vergangenen Wettkämpfen hatten sich haushoch führende Favoriten danach unvermittelt in der Gesamtwertung  auf den hinteren Rängen wieder gefunden.

Nicht so aber diesmal bei der Schweizer Mannschaft. Von Beginn an führen die eidgenössischen Gebirgsjäger das Rennen an, dicht gefolgt von den Soldaten der Bundeswehr. Im Gegenzug scheiden zwei Teams schon frühzeitig aus: die Briten und – eher überraschend – die italienische Hochgebirgstruppe der „Alpini“. Am Ende von zwei an extremer körperlicher Belastung reichen Wettkampftagen fahren die Schweizer denn auch als erste über die Ziellinie im Zentrallager Walchen, die Gebirgsjäger der Bundeswehr kommen auf den zweiten, die des österreichischen Bundesheeres auf den dritten Platz.

Zwei Jahre dürfen die Schweizer den Sieger-Kristall nun in Ehren halten. Vor allem aber die Soldaten des Bundesheeres, des Veranstalters der „Edelweiss Raid“, haben angekündigt, die international inzwischen sehr begehrte militärische Trophäe beim nächsten Mal unbedingt wieder ins Ursprungsland des Wettkampfs zurück zu holen.

 

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