Rumänische Straßenhunde
"Nur Sterilisation und Kastration helfen wirklich!“

Es sind Bilder die jedem Hundefreund das Herz zerreißen: Rumänische Straßenhunde die kurz vor der Tötung stehen. Im städtischen Tierheim von Giurgiu verbringen sie ihre vielleicht letzten Tage und Wochen. Es geht um Behördenwillkür, falsch verstandene Tierliebe und vor allem um viel Geld. Über 1.000 Straßenhunde sollen in Giurgiu – einem Ort etwa 60 km südlich von Bukarest – eingeschläfert werden, angeblich weil das städtische Tierheim übervoll ist. Eine Tötungs-Aktion, gegen die deutsche Tierschützer Sturm laufen. Um einen artgerechten Umgang mit den Straßenhunden bemüht sich die ehrenamtliche Tierschutzorganisation „Deutschland-sagt-nein“ -kurz DSN- seit mehreren Jahren in Giurgiu. Mit deutschen Spendengeldern unterstützt man das städtische Tierheim, kommt für einen Großteil des Futters auf. Helfer bauen in ihrer Freizeit Gehege um die gefangenen Hunde tierfreundlich unterzubringen. Man bezahlt Sterilisation und Impfungen. Und jetzt soll alles umsonst gewesen sein?

„Nur Sterilisation und Kastration helfen wirklich!“

Kamera: George Ophra

Schnitt: Christine Dériaz

Autor: Till Rüger

Das Problem: Es gibt einfach zu viele herrenlose Hunde auf den Straßen der Stadt. Manche davon machen selbst den Einwohnern Angst, immer wieder kommt es auch zu Angriffen. Für die Bewohner ein unerträglicher Zustand. Wir fragen nach beim Vizebürgermeister von Giurgiu, er ist verantwortlich für das städtische Tierheim. Aus seiner Sicht hat sich das Problem der Straßenhunde durch das Engagement der deutschen Tierschützer nicht wirklich verbessert.

Denn nur Straßenhunde die gefangen wurden, können auch sterilisiert werden. Doch die gefangenen und sterilisierten Hunde dürfen laut Gesetz dann nicht mehr freigelassen werden. Die übriggebliebenen Straßenhunde vermehren sich derweil fleißig weiter und ersetzen die eingefangenen. Es gibt schnell wieder zu viele Straßenhunde. Vielen rumänischen Hundebesitzern ist die Sterilisation ihrer Hunde zu teuer, stattdessen entsorgt man lieber deren Nachwuchs auf der Straße und produziert so viele neue Straßenhunde. Auch deshalb soll jetzt Platz geschaffen werden im Tierheim von Giurgiu, für neue Fangaktionen.

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Kommentare (13)

Johnny am

Muss mal kaufen oder was kann mal mache ich bedanke mich

Johnny am

Na guten Tag ich hab die Frage wie kann mal ein Hund zu haben Antwort lg issa

Bobby König am

Danke für Ihren Bericht! Meine Hoffnung liegt auch bei der Bevölkerung, bei den Menschen die vor Ort leben. Nur wenn sich deren Einstellung zu den Straßenhunden ändert, wird sich, wenn es auch etwas dauert, in diesem Land was ändern. Dazu gehört u. a. schon den Kindern beizubringen, was Tierliebe ist und wie Tiere zu schützen und zu behandeln sind. Nicht zuletzt ist die große Hundepopulation durch Massenkastrationen einzudämmen. Hierfür sollten die EU-Gelder eingesetzt werden! Nicht zu vergessen, das gleiche gilt auch für Katzen.

Susi am

Vielen Dank für die Berichterstattung. Wir müssen viele Menschen erreichen und ihnen zeigen, dass nur Kastrationen das Elend beenden kann. Soviele Menschen darüber Bescheid wissen, umso eher und mehr können wir vor Ort helfen.

Monika Weissgärber am

Das Problem sind nicht die Hunde, das Problem ist der Mensch. Würde eine vernünftiege Aufklärung stattfinden und die Hunde konsequent kastriert werden, gäbe es kein Problem auch diese Tiermafia mit Einfangprämienen auszu staffieren müsste unterbunden werden. Mir zerreisst es das herz mit ansehen zu müssen wie man mit diesen armen Hunden umgeht

Beatrix Weigel am

Herzlichen Dank, dass ihr diesen Beitrag gesendet habt. Viele Menschen wissen es nicht. Helfen kann nur mediale Aufmerksamkeit und daraus resultierende Proteste an EU, rumänischen Präsidenten und die Bürgermeister. Der Bürgermeister Giurgius dachte, dass niemanden es interessieren würde, was mit den Hunden geschieht, das hat er den zwei Vorständen im November 2016 gesagt. Ich bin mir sicher, dass er längst getötet hätte, wenn nicht die Petition gelaufen wäre und viele auf den Seiten Giurgius protestiert hätten. Es darf nicht sein, dass Gelder für die Straßenhunde blind fließen, dafür Blumenschmuck gekauft wird anstatt zu kastrieren. Nur Kastrationen helfen langfristig. Aber dann nimmt man der Hundemafia natürlich Einnahmequellen weg. Das Leid der Welpen und erwachsenen Hunde sollte niemandem egal sein.

Rainer Herrmann am

Ich möchte mich bei dem Team von ARD Wien recht Herzlich bedanken für den tollen Beitrag. Der Verein DsN e. V. Tierschutz für alle versorgt in Rumänien in der Stadt Giurgiu ein komplettes städtisches Tierheim mit derzeit über 800 Hunden und unterhält ein privates Gelände dort vor Ort, auf dem weitere ca. 400 Hunde und 80 Katzen leben. Der Verein ist seit 3 Jahren dort aktiv und trägt seither die Kosten für das komplette Futter und auch die tierärztliche Versorgung aller Tiere. Im Shelter werden alle Tiere gechippt, geimpft und natürlich kastriert, auf die Farm kommen die Notfälle, die besondere Versorgung benötigen.

Rainer Herrmann, ein Mitglied des Vereins

(Kommentar wurde von der Redaktion aufgrund der Kommentarrichtlinien gekürzt)

Zoll,Heike am

Ich möchte mich für diesen Artikel bedanken. Wir von DsN e.V. Tierschutz für alle versuchen schon so lange, auf diese Situation aufmerksam zu machen. Anscheinend sind rumänische Straßenhunde und ihr Leid nicht so sehr von medialen Interesse. Um so mehr weiß ich Ihren Artikel zu schätzen. Die Augen vor dem Leid zu verschließen heißt leider nicht, dass es verschwindet.

Vielen Dank für diesen gut recherchierten und berührenden Artikel. Es ist so wichtig immer wieder über die Mißstände aufzuklären, nur so bleibt die Hoffnung, dass sich auch irgendwann wirklich etwas ändert.
Es wäre super, wenn Ihr dort am Ball bleiben würdet und zwischendurch immer mal berichtet, wie es dort weitergegangen ist.
Kontinuität ist sehr wichtig.

Danke!

Schrecklich, diese verantwortungslosen Menschen. Aber warum wird der Artikel online gestellt, was nützt das? Wir lesen nun schlechte Nachrichten, sind mies drauf, und nun? Wenn man nix helfen kann, dann behaltet eure schlechten Nachrichten bitte für euch oder sagt, was man tun kann. Sonst ist es sinnlos und kontraproduktiv, Zeitverschwendung.
In der Zeit hätte man was anderes lesen können, wo man hätte helfen können….
So fühlt man sich nur hilflos.

    gela altendorf am

    Hallo Steffi, wenn man möchte, kann man an die Tierschutzorganisationen für Kastrationen spenden.
    LG Gela

Jürgen Gerlach am

Selbstverständlich können nur Kastrationen helfen, das Problem der Straßenhunde zu lösen. Dabei darf man nicht auf halbem Wege stehen bleiben. Einzelne Kastrationsaktionen helfen nur vorübergehend, so dass es unbedingt erforderlich ist, Kastrationen langfristig vorzunehmen und auf jeden Fall kastrierte Tiere wieder frei zu lassen, damit diese verhindern, dass immer weiter unkastrierte Streuner nachrücken können. Hunde verteidigen ihr Revier.

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