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Noora ist schwanger! Ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, wollen die beiden erst bei der Geburt erfahren. Foto: privat

Ein Jahr geschlossene Grenzen - Geschichten entlang der Balkanroute
„Happy Life nach Happy End”

Noora Dodevska erwartet ein Baby. Nachdem sie aus Syrien geflohen ist, wurde sie in der ganzen Welt bekannt, weil sie sich vor genau einem Jahr in den mazedonischen Polizisten Bobi verliebte und beschloss, in Mazedonien zu bleiben. Die beiden haben geheiratet und in nur wenigen Monaten wird Noora Mutter werden.

 

Eigentlich ist sie ja schon Mutter, denn Bobi hat drei Kinder aus erster Ehe. Sie alle leben zusammen in ihrer kleinen Wohnung in Kumanovo. Ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, wollen sie erst mit der Geburt wissen – vorher nicht. Noora ist jetzt zu Hause und kümmert sich um die drei Kinder zusammen mit ihrer Schwiegermutter, die im selben Haus lebt. Ihre Eltern und die anderen Mitglieder ihrer irakischen Familie sind schon seit fast einem Jahr in Deutschland. Zunächst wollten sie von Noora nichts mehr wissen. Als sie aber dann im ARD-Fernsehen die Hochzeit ihrer Tochter sahen, und erleben konnten wie glücklich sie ist,  haben sie begriffen, dass es ein Fehler gewesen war, sie zu verstoßen. Mittlerweile haben sie sich wieder versöhnt und akzeptiert, dass sie vom Islam zum orthodoxen Christentum konvertiert ist, die Religion ihres Mannes. Jetzt telefoniert Noora regelmäßig mit ihrer Familie und alle hoffen, dass sie sich irgendwann wiedersehen können, wenn das Baby geboren ist – in Mazedonien, wo die Familie Dodevski ihre Zukunft plant.

Für die bald vier Kinder bräuchte das Paar eigentlich eine größere Wohnung, aber Bobi wäre am glücklichsten, wenn Noora ihm mindestens noch zwei oder drei weitere Kinder schenken würde. „Geld kommt und geht, aber Familie und Kinder sind wahrer Reichtum“, sagt er.

 

Bobi hat zusätzlich zu seinem Polizeidienst noch zwei, drei Nebenjobs, um seine größer werdende Familie versorgen zu können. Besonders wichtig ist ihm seine Rolle in einer Comedy-Show im mazedonischen Fernsehen, die auch in Serbien, Kanada und Australien ausgestrahlt wird, wo es größere mazedonische Gemeinschaften gibt. Viel Geld ist damit allerdings nicht zu verdienen, vor allem jetzt nicht in der politischen Krisensituation in Mazedonien, die das Werbegeschäft nahezu zum Erliegen gebracht hat. Aber die Show garantiert ihm Popularität und in Mazedonien kennt inzwischen jeder das Dodevski Pärchen. Mittlerweile sind sie auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Medien aus Japan, Singapur, Hong Kong, Australien, arabischen und europäischen Ländern, ganz Europa, aus den USA, Argentinien und Brasilien haben über ihre ungewöhnliche Liebesgeschichte berichtet. Sie haben sogar schon einige Angebote von Filmproduzenten bekommen, die ihre Geschichte verfilmen wollen. Mit diesem Geld könnte Bobi seinen Polizeijob an den Nagel hängen und sich ganz der Arbeit in den Medien widmen. Noora hingegen möchte eine Hilfsorganisation gründen, um den Menschen im Irak zu helfen: „Die ganze Welt ist auf Syrien fokussiert und dabei ist der Irak, in dem seit 20 Jahren Krieg herrscht, in Vergessenheit geraten. Die Menschen dort brauchen dringend Hilfe“.

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