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Egon Schiele: Aktselbstbildnis, 1916. Bleistift, Deckfarben. Bild: Albertina, Wien

Die Albertina deutet die Zeichnungen des großen Expressionisten neu
Spiritualität statt Sex: Egon Schiele in Wien

Egon Schiele hat sich zutiefst mit Franz von Assisi identifiziert, mit seinem asketischen Armutsideal, mit seinem Anti-Materialismus. Und seine Kunst kann vielfach gelesen werden geradezu als ein Aufschrei und Protest gegen jene Oberflächlichkeit und den Luxus der Klimt-Epoche oder der Wiener Werkstätte.

Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Wiener Albertina

Kann man den österreichischen Zeichner und Maler Egon Schiele noch neu zeigen, neu deuten? Man kann. Die Wiener Albertina, die die weltweit größte Sammlung des zeichnerischen Werks besitzt, zeigt bis 18. Juni 160 Zeichnungen und Gouachen. Und wendet sich dagegen, die teils drastische Darstellung von Nacktheit in Egon Schieles Selbstporträts, Mädchen- und Frauenakten allein als Ausdruck von Erotik und Sexualität zu sehen. Neue Forschungen hätten ergeben, dass Schiele ein Verehrer Franz von Assisis gewesen sei und in vielen Werken dessen radikales Armutsideal, die Nacktheit der menschlichen Existenz ausgedrückt habe, betont Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder. Auch die teils drastische Armut im Wien um 1900, die den Hintergrund für das Werk des „Moralisten“ Schiele bilde, wird in der Ausstellung betont – etwa durch parallel gezeigte großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien von Straßenkindern. Die -SchieleSchau ist auch Auftakt zum Gedenken an den 100. Todestag des Künstlers im kommenden Jahr. Egon Schiele war wenige Tage vor Ende des Ersten Weltkriegs 1918 mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe gestorben.

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Egon Schiele: Weibliches Liebespaar, 1915. Deckfarben, Bleistift. Bild: Albertina, Wien
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