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Srdjans Handeln bewegt noch immer unzählige Menschen. Den gelben Blumenstrauß haben Offiziere der Jugoslawischen Volksarmee am Grab niedergelegt, da „Srdjan gemacht habe, was sie in der Schule gelernt hätten.

Srdjan Aleksic
Eine Tat, die Hoffnung gibt

Sollten Sie aus irgendeinem Grund an Rade Aleksic einen Brief schreiben wollen, dann reicht es, seinen Namen zu schreiben mit dem Zusatz „ Vater von Srdjan Aleksic“, Trebinje, Bosnien und Herzegowina – und der Brief kommt an.

Srdjan Aleksic war nicht mal 27, als er ums Leben kam. Weil er seine menschliche Pflicht getan hat, wie sein Vater Rade zu sagen pflegt.

Srdjan, der Serbe, verteidigte seinen nichtserbischen Mitbürger und Bekannten  Alen Glavovic vor anderen Serben und kam dabei ums Leben. Im Jahr 1993 herrschten böse Zeiten, der Krieg tobte in ganz Bosnien-Herzegowina und jeder kämpfte gegen jeden.

Alen und Srdjan wurden  am Markt im Zentrum von Trebinje von Soldaten der Armee der bosnischen Serben angegriffen.  Alen konnte dem Mob mit Srdjans Hilfe entkommen. Doch Srdjan wurde anschliessend von eben diesem Mob zu Tode geprügelt

Alen überlebte den Krieg, lebt jetzt in Schweden und hat eine Frau und zwei Kinder. Einmal im Jahr geht er in seine alte Heimat und besucht Srdjans Grab. Mit Srdjans Vater telefoniert er oft.

Es gab viele Augenzeugen von dem Vorfall, darunter auch zwei Polizisten, aber nur Srdjan kämpfte für den anderen Menschen. Heute spricht man in Trebinje ungern davon.

Über Srdjan wurden der Dokumentarfilm „Srdjo“ und der Spielfilm „Krugovi“ (Kreise) gedreht. Beide sind in der serbischen Hauptstadt Belgrad entstanden und beide  riefen unterschiedliche Reaktionen beim Publikum hervor.

Die einen, oder „die Menschen“, wie Rade Aleksic sie nennt, lassen sich von Srdjans Tat inspirieren und glauben an Freundschaften und daran, dass man andere Menschen lieben kann. Manche von ihnen kommen sogar zu Srdjans Grab und legen Blumen. Ein solcher „Mensch“ hat sogar die Steinplatten für Srdjans Grab gestiftet und  andere „Menschen“ schreiben Briefe an Srdjans Vater Rade und bieten ihm ihre Unterstützung an.

Sowohl in Sarajevo als auch in Belgrad gibt es „Srdjan-Aleksic-Straßen“. In der bosnischen Hauptstadt begründete man die Idee dazu  wie folgt:

„Ohne Menschen wie Srdjan Aleksic und ihre Heldentaten würden die Menschen die Hoffnung auf Menschlichkeit verlieren und ohne diese Hoffnung wäre unser Leben sinnlos.“

Doch nicht alle sind dieser Meinung. Manche sagen, dass die Verfilmung und Verehrung von Srdjans Tat die Soldaten der serbischen Armee und die serbische Einwohner von Trebinje in einem falschen Licht zeigen würde. Manche gehen sogar so weit, zu behaupten,  Srdjan hätte den Tod verdient.

In Bosnien-Herzegowina gibt es noch immer viele nationale Spannungen. Pessimisten sprechen sogar von einem neuen ethnischen Konflikt. Srjdans Vater Rade dazu:

„Wenn es möglich wäre, sollte man all diese Kriegssüchtigen auf einem großen Feld gegeneinander kämpfen lassen und wir würden ihnen von einem Berg aus zuschauen. So wie man früher den Gladiatoren zuschaute. Aber diese  Kriegssüchtigen würden ja nicht selbst in den Krieg ziehen. Sie würden Srdjan, Srdjans Kumpel und viele andere Jungen in den Krieg schicken, so wie es auch im letzten Krieg der Fall war.

Die Friedhöfe sind voller  Gräber junger Menschen, die in den Jahren 1991-1995 gefallen sind. Nicht nur in Trebinje, sondern auch im ganzen Land. Heute hätten sie ein Leben , eine Familie und Kinder. Ich hoffe, die Menschen erinnern sich noch immer an diese Toten. Es ist noch nicht genügend Zeit verflossen, um das alles vergessen zu können. Die Erinnerungen an diese Toten sollen der Hauptgrund sein, dass es nicht zu einem neuen Krieg kommt.“

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