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Leuchtreklame für Klubradio in Budapest. Foto: BR | Stephan Ozsváth

Medienkrieg in Ungarn
Immer mehr Medien pfeifen Orbáns Lied

Im vergangenen Oktober hatte es in der ungarischen Medienszene ein Erdbeben gegeben. Die linksliberale und auflagenstärkste Tageszeitung Nepszabadsag wurde an einen regierungsnahen Oligarchen verkauft: Lörincz Meszaros, Bürgermeister von Orbans Heimatort Felcsut. Mittlerweile ist klar: Das war nur der Anfang einer Umwälzung in der Medienlandschaft.
Der Gasinstallateur Meszaros kaufte noch weiter ein: Auch das rechtsradikale Echo TV gehört jetzt ihm. Es soll zu „einem guten, rechten Fernsehkanal“ ausgebaut werden, das auch im Wahlkampf vor den Wahlen 2018 hilft. Je einen privaten TV- und Radiokanal kaufte der Filmbeauftragte der Regierung, Andi Vajna. Und Orbans Hofhistorikerin Maria Schmidt erwarb eine Wochenzeitung.
Die Zeitung Nepszabadsag gibt es nicht mehr. Die Regierung schlug zwei Fliegen mit einer Klappe, denn im Paket gab es auch ein Dutzend Regionalzeitungen. Dort wurden mittlerweile die Chefredakteure ausgetauscht. Die Lücke, die Nepszabadsag hinterlassen hat, versucht die einzige verbliebene linke Tageszeitung Nepszava zu füllen. Als Investor stieg der ehemalige Schatzmeister der ungarischen Sozialisten ein.
Die staatlichen Medien sind bereits seit Jahren unter Kontrolle der Regierung. Nachrichten sind in der Firma MTVA zentralisiert und gleich geschaltet. Es gibt klare Vorgaben, wer zu Wort kommt und wer nicht. Selbst das Design einer einzelnen Nachrichtenmeldung ist vorgegeben: Ein Regierungsvertreter wird am Anfang und am Ende einer Meldung zitiert. MTVA versucht auch, die ARD-Berichterstattung zu kontrollieren: Ein Interview gebe es nur, wenn der Tenor des Beitrags nicht sei, dass die Pressefreiheit in Ungarn bedroht ist. Das Interview fand nicht statt.

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Am 16. Oktober fand in Budapest eine Demonstration gegen Korruption statt. Außerdem wurde gegen die Schließung der Zeitung Nepszabadsag demonstriert. Foto: BR | Stephan Ozsváth
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