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Milorad Dodik, der Präsident der Republika Srpska, bezeichnet Bosnien & Herzegownia als Missgeburt. Foto: picture-alliance | dpa

Droht Zerfall Bosniens?
Nationalismus gefährdet die Dayton-Ordnung

Im November 1995 beendeten die Präsidenten Serbiens, Kroatiens und Bosniens den blutigen Bosnien-Krieg auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Dayton. Die Serben bekamen einen eigenen Teilstaat, muslimische Bosniaken und Kroaten teilen sich die Föderation. Installiert wurde ein Verwaltungsmonstrum: Mit einem dreiköpfigen Präsidium. 140 Ministern. Und einer Verwaltung, die streng nach Ethno-Proporz besetzt ist.

Ein Oberster Repräsentant mit Veto-Rechten wurde installiert. Doch viele Fragen bleiben ungelöst. Die Rückkehr der Flüchtlinge funktionierte nicht wie gewünscht, de facto sind ganze Landstriche ethnisch homogen. Und Nationalisten auf allen Seiten betreiben eine Obstruktionspolitik, die Fliehkräfte sind groß. Kroaten fordern immer lautstarker ebenfalls Autonomie. Und der Präsident der bosnischen Serbenrepublik, Dodik träumt unverhohlen von Großserbien.

Hinzu kommt die politische Großwetterlage. Russland zündelt auf dem Balkan, unterstützt Dodik, aber auch Belgrads Kosovo-Politik. Türkei, Iran und arabische Emirate treiben eine Islamisierung voran. Und die EU ? Bosnien hat zwar einen Mitgliedsantrag eingereicht, ist aber von einer EU-Mitgliedschaft weiter denn je entfernt.

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Die Unterzeichner des Friedensvertrages von Dayton(v.l.n.r.): Der serbische Präsident Slobodan Milošević, der Vorsitzende im bosnisch-herzegowinischen Präsidium Alija Izetbegović und der kroatische Präsident Franjo Tuđman. Der Friedensvertrag wurde unter Vermittlung der USA mit Beteiligung der Europäischen Union und unter der Leitung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton am 21. November 1995 in der Wright-Patterson Air Force Base bei Dayton (Ohio) paraphiert und am 14. Dezember 1995 in Paris unterzeichnet. Foto: picture-alliance | dpa
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