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Die Budapester Kunsthalle ist der neue Ausstellungstempel ungarischer Kunst. Foto: picture alliance | robertharding

Kunst unter politischen Vorzeichen
Ungarns Kunstpolitik unter Orban

Sie sprießen überall aus dem Boden: Trianon-Denkmäler zum Gedenken an den Verlust von zwei Drittel des ungarischen Territoriums 1920, oder Büsten, die den Staatsgründer St.Stephan oder den völkischen Literaten und Kriegsverbrecher Albert Wass darstellen. Auftragskunst ist en vogue im Ungarn von heute. Bestellt wird von Städten und Gemeinden, in der Provinz, aber auch in Budapest. Die neue Verfassung wurde von Auftragskünstlern gestaltet, auch das Konterfei des Regierungschefs tauchte auf.

 

Die Budapester Kunsthalle ist der neue Ausstellungstempel ungarischer Kunst, auch der von Auslandsungarn. Hausherr ist die mächtige Ungarische Akademie der Künste, die seit 2012 über viel Geld und politische Ausrichtung entscheidet. Der Präsident György Fekete ist erzreaktionär. Wer Mitglied der Akademie werden will, muss seine nationale Gesinnung belegen. „Ein kleiner Kreis entscheidet dann über Mitglieder und Gelder“, beklagt Kuratorin und Kunstkritikerin Anna Balint.

 

Die Folge, aus ihrer Sicht: „Zeitgenössische Kunst hat keine Räume mehr“. Sie hatte zum Boykott des ungarischen Pavillons auf der Biennale in Venedig aufgerufen, weil die entsprechende Regierungsbeauftragte total inkompetent sei. Das beobachtet sie allenthalben, dass politische Loyalität vor Qualität stehe. Sie nennt das Beispiel eines Museums aus Szekesfehervar. „Jede Lebensäußerung wird politisiert“, sagt sie. Es gibt zwar viele kleine Galerien, sagt sie, aber viele Künstler stellen lieber im Ausland aus, etwa in Berlin. „Man kann zwar zu Hause oder im Atelier machen, was man will“, meint Balint, „aber es fehlt das Publikum“.

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Ein umstrittenes Budapester Kunstwerk zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Besatzung in Ungarn. Foto: (c) dpa
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