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Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Donnerstag, 26. Jänner 2017, auf dem Weg zur Amtsübernahme in der Präsidentschaftskanzlei in Wien. Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com

Kommentar: Mutig in die neuen Zeiten
Neuer Hofburg-Hausherr setzt auf Zuversicht

Das war mehr als ein Marathon: Mehr als 200 Tage musste Österreich ohne Bundespräsident auskommen. Dann war es soweit. Alexander Van der Bellen konnte den Amtseid ablegen. Erstmals wird damit ein Grüner Hofburg-Chef.

Stellenweise sei der Wahlkampf sogar vergnüglich gewesen, so Van der Bellen in seiner launigen Antrittsrede, die mit Standing Ovations quittiert wurde. Nur die rechtspopulistische FPÖ gab den schlechten Verlierer: Keine Hand rührte sich zu Beginn, als der Neue in der Hofburg gekürt wurde.

 

Das hätte eigentlich schon im Juni geschehen können, nach der Stichwahl, die Van der Bellen knapp gewonnen hatte. Das hatte die FPÖ verhindert, indem sie die Wahl anfocht. Ihr Kandidat Norbert Hofer sollte noch eine Chance bekommen. Dann kam der Herbst: Wahlwiederholung – verschoben, geschuldet dem mangelhaften Kleber auf den Briefwahlunterlagen. Doch letztlich ging die Rechnung der FPÖ – erst Hofburg, dann Kanzleramt – nicht auf. Der ehemalige Grünen-Chef Van der Bellen gewann nach fast einem Jahr Wahlkampf auch die Wiederholung der Stichwahl – und das mit noch besserem Ergebnis: 350.000 Wähler – elfmal mehr als im Mai – so groß war letztlich der Abstand zu seinem Herausforderer von der FPÖ. Eine deutliche Ohrfeige.

 

In seiner Antrittsrede legte Van der Bellen gleich mehrfach Zeugnis ab, warum er die bessere Wahl ist: Angefangen beim Stil. So zollte er seinem Herausforderer Hofer ausdrücklich Respekt für den Wahlkampf, während dessen Partei demonstrativ nicht klatschte. Van der Bellen betonte die Möglichkeiten Österreichs, weil er – das Kind russisch-estnischer Flüchtlinge – jetzt das höchste Staatsamt bekleiden könne.

Er gab ein klares Bekenntnis zum Friedensprojekt Europäische Union ab – gegen die Kleinstaaterei der Rechtspopulisten. Und das Wichtigste: Gegen die Trumps, Le Pens und Petrys, die Angstmacherei und den Hass von ganz Rechts, setzt Van der Bellen eine Botschaft der Zuversicht. Düstere Zeiten erhellt Licht aus der Wiener Hofburg. Zusammengefasst im knappen Schlusswort einer Antrittsrede: „Mutig in die neuen Zeiten“.

 

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Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer am Donnerstag, 26. Jänner 2017, im Rahmen der Amtsübernahme in der Präsidentschaftskanzlei. Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com
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360° VIDEO ZUR VEREIDIGUNG DES ÖSTERREICHISCHEN BUNDESPRÄSIDENTEN IN DER BUNDESVERSAMMLUNG IM PARLAMENT IN WIEN

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Kamera: Till Rüger

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