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Die 43.000 Einwohner Stadt Veles in Mazedonien. Von hier aus sollen besonders viele Fake News verbreitet worden sein. Foto: BR |Till Rüger

Wie Jugendliche am US-Wahlkampf verdienten
„fake-news“ aus Mazedonien

Die US-Präsidentenwahl entdeckte eine Gruppe Computerfreaks aus Mazedonien als gewinnträchtige Marktlücke. Dutzende Teenager in der Stadt Veles zogen seit Anfang letzten Jahres mehrere hundert Websites mit klingenden Namen wie TrumpVision365.com oder DonaldTrumpNews.com hoch. Dabei ging es keineswegs um politische Unterstützung für Donald Trump, sondern rein ums Geldverdienen. Die Jugendlichen kopierten Geschichten über die US-Präsidentschaftskandidaten – und vor allem über den Republikaner Trump – aus US-Medien und posteten sie mit knalligen Titeln auf den eigenen Websites – mit copy und paste. Via Facebook wurden die Beiträge dann verlinkt und weiterverbreitet. Den „Jungunternehmern“ war dabei nicht wichtig, ob es sich um korrekte oder aus der Luft gegriffene Meldungen, sogenannt fake-news handelte. Je mehr Menschen sich die Facebook-Information anschauten, desto mehr Geld floss auf die Konten der mazedonischen Teenager im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Einige sollen damit monatlich bis zu 5.000 Dollar (rund 4.700 Euro) eingenommen haben – mehr als ein Jahresgehalt ihrer Eltern.

Voraussetzung dafür Geld mit dem US-Wahlkampf zu verdienen, war die Zustimmung von Google AdSense für die erstellten Websites. Dieser Online-Dienst des US-Internetriesen Google stellt Werbung auf Websites außerhalb der hauseigenen Angebote dar – und zwar so, dass die Anzeigen zum Inhalt einer Website passen. Der Dienst wurde am 2003 gestartet. Allein 2012 wurden weltweit über 7 Milliarden Dollar an die AdSense-Teilnehmer ausgeschüttet, schätzen Experten. Nach dem Wahlsieg Trumps wurden  die Websites zur US-Wahl zum Großteil geschlossen, die Jungunternehmer aus Veles suchen nun nach neuen Themen für weitere, gewinnträchtige Internetaktivitäten. Eines dürfte die gesunde Ernährung sein, heißt es in Veles. Aber auch der anstehende Wahlkampf in Frankreich und sogar in Deutschland könnte in den Fokus der geschäftstüchtigen Jugendlichen geraten. ARD Korrespondenten Till Rüger hat die Computerkids aus Veles in Mazedonien persönlich getroffen. Hier sein Bericht:

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Das Geschäft mit mazedonischen "fake-news"

Autor: Till Rüger

Kamera: Dejan Acevski

Schnitt: Christine Dériaz

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