Die Gesichter der 'bunten Revolution' in Mazedonien. Foto: BR | Till Rüger

Jahresrückblick Till Rüger
Mazedonien und der Niedergang der „Bunten Revolution“

Das prägendste Erlebnis des Jahres waren für mich, die vielen bunten Gesichter der Demonstranten der „Bunten Revolution“ in der mazedonischen Hauptstadt Skopje. Es war ein Schauspiel, das sich über Monate fast täglich wiederholte. Tausendende blockieren die Straßen, jubeln über jeden Farbbeutel der die weißen Prachtbauten traf. Die Fassaden fast aller Regierungsgebäude waren plötzlich bunt: Protest gegen die aus ihrer Sicht korrupte Regierung in Mazedonien. Fast alle Demonstranten wollen damals nur eines, dass die alte politische Elite abtritt und Platz macht für Veränderungen. Vor wenigen Wochen gab es nun eine Parlamentswahl in Mazedonien und die alten Eliten wurden wieder gewählt, die Opposition verlor.

 

JAHRESRÜCKBLICK TILL RÜGER

Statt Krankenhäuser und Schulen lassen der Dauermachthaber Nicola Gruevski und seine VMRO-DPMNE-Partei nun weiter Paläste und Denkmäler bauen: „Skopje 2014“ soll Alexander dem Großen huldigen. Zahllose Gebäuden wurden in Anlegung an antiken Vorbilder errichtet, um Mazedoniens tausendjährige Geschichte zu präsentieren und sich gegenüber der griechischen Provinz Makedonien zu profilieren. Denn der Namenstreit mit Griechenland um die Bezeichnung Mazedonien blockiert seit Jahren sowohl Beitrittsverhandlungen zu EU als auch zur NATO. Die weißen Bauten sollen da auch ein politisches Zeichen setzten. Doch hinter den Fassaden steckt massive Korruption.

Auch wenn ich die Protestierenden nur ein paar Stunden begleitete habe, so sind sie und ihre Energie, ihr Wille zur Veränderung, ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft mir diese Jahr besonders im Gedächtnis geblieben.

 

JAHRESRÜCKBLICK TILL RÜGER

Mein Beitrag vom Sommer 2016, der als Tagesschau-Video Blog ausgestrahlt wurde, fasst das nochmal zusammen.

Die „Bunte Revolution“ geht weiter – anders, aber doch irgendwie:

„Bunte Revolution in Mazedonien – Sommer 2016“

Beitrag: Till Rüger

Kamera: Dejan Acevski

Schnitt: Roland Buzzi

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