Florin Buhuceanu im Büro von ACCEPT in Bukarest. „Agent der die Volksgemeinschaft zersetzt“. Foto: BR | Herbert Gruenwald

Jahresrückblick Andrea Beer
Florin Buhuceanu - ein mutiger Kämpfer für Gleichberechtigung in Rumänien

Eine Begegnung aus dem Jahr 2016: Florin Buhuceanu ist ein schlanker bescheiden wirkender Mann Mitte vierzig. Und er sieht überhaupt nicht aus wie ein westlicher Agent, der die rumänische Volksgemeinschaft zersetzen möchte. Doch das sind sie, die üblichen Anfeindungen gegen den Vorsitzenden von ACCEPT. Eine unabhängige Organisation in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. ACCEPT setzt sich für Gleichberechtigung ein. Von Schwulen und Lesben, sowie weiteren Menschen die nicht als Mann und Frau heiraten oder Familie gründen wollen. Das ist eine gefährliche Arbeit. „Ich bin angegriffen worden und es gab auch Attacken auf meine Wohnung. Aber das muss man auf sich nehmen, wenn man sich für Menschenrechte einsetzt. Man kann sich nicht ein Leben lang verstecken oder ängstlich umsehen.“ sagt Florin Buhuceanu. Erst seit 2001 ist Homosexualität nicht mehr strafbar doch gleichgeschlechtliche Ehen sind in Rumänien verboten. Viele würden weiterhin in Angst leben erzählt, Florin Buhuceanu. Mit ein Grund für Intoleranz sei fehlende Aufklärung in den Schulen ist Florin Buhuceanu überzeugt . Die Jungen wüssten zu wenig über Sexualität , Aids Prävention oder Verhütung. Schuld daran sei der große Einfluss der orthodoxen Kirche in Rumänien. Dieser gehören rund 80 Prozent aller Bürger an Die Kirche unterstützt auch die sogenannte „Koalition für die Familie“. Diese wollen schärfere Gesetze und die Ehe zwischen Mann und Frau in der rumänischen Verfassung festschreiben. Ein Referendum über die Mann Frau Ehe wurde erst in letzter Minute abgeblasen. Es sollte mit der Parlamentswahl verbunden werden, das war jedoch umstritten. Trotzdem : in nur sechs Monaten kamen rund drei Millionen Unterschriften zusammen. Ohne die Logistik der Kirche undenkbar, meint Florin Buhuceanu In der Koalition für die Familie sieht er eine vorgeschobene Kampftruppe der Kirche. Pfarrer hätten in Gemeinden und bei Gläubigen Privat Religionslehrer in Schulen für das Referendum geworben. 

Als ich als junger Mensch meine Identität entdeckte war meine einzige Sorge, nicht in Gefängnis zukommen. Mit der Gründung von ACCEPT habe ich mich geoutet und gemerkt was das bedeutet. Leider zahlen junge Menschen bis heute einen hohen Preis wenn sie sagen das sie schwul oder lesbisch sind.

Florin Buhuceanu

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Das Parlament in Rumänien hat bisher keine Gleichberechtigung für gleichgeschlechtliche Ehen beschlossen. Im Bild zu sehen ist der Parlamentspalast in Bukarest. Foto: picture-alliance | dpa
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