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Der Verein Mimikama macht schon seit Jahren Jagd auf Fake News im Netz. Foto: Barbara Wirl

Wie die Wiener Initiative 'Mimikama' Fake News entlarvt
Erst denken – dann klicken

„Kommt rein, ihr wisst ja wo es lang geht“, sagt Andre Wolf zur Begrüßung in seinem Büro in Wien. Er lacht sein herzliches Lachen und ich bin froh, dass er sich Zeit für uns nimmt. Seit aufgekommen ist, dass die US-amerikanischen Wahlen durch sogenannte ‚Fake News‘ beeinflusst worden sind, rennen ihm die Medien die Bude ein und wir sind langsam schon Stammgäste in seinem Büro. Kein Wunder – Andre Wolf beschäftigt sich genau mit der Frage, die nun alle beschäftigt und er ist einer der wenigen, die sich damit auskennen: Was ist wahr im Netz und was nicht und wie kann man das eine vom anderen unterscheiden.

 

Andre Wolf ist Mitglied des Vereins Mimikama, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Internetmissbrauch, Internetbetrug und Falschmeldungen entgegenzuwirken – seit fünf Jahren schon. Damals interessierte sich keiner für ein paar ehrenamtlich engagierte Menschen, die an ihren Laptops versuchen, Klarheit in das Dickicht von Inhalten zu bringen, die unkontrolliert im Netz herum schwadronieren. Jetzt gehören sie zu den Wenigen, die noch wissen, wo es wirklich lang geht. „Es gab einfach niemand anderen, es ist einfach niemand da gewesen, der gesagt hat: auf Facebook werden Falschmeldungen verteilt,“ sagt Andre Wolf. Als Journalisten beginnen, über das Phänomen der Fake News zu berichten, ist das Gerede von der Lügenpresse schon in Umlauf. Die etablierten Medien haben an Deutungshoheit verloren, alternative Informationsquellen mit oft absichtlich falschen Inhalten dienen auf einmal der Meinungsbildung.

 

Mimikama betreibt Aufklärungsarbeit und wendet sich direkt an die User. Jeder kann sämtliche Meldungen, an deren Glaubhaftigkeit er zweifelt, deren Herkunft ihm nicht klar ist oder deren Inhalt er als beleidigend empfindet, über Facebook mit Mimikama teilen. Die Mitglieder des Vereins prüfen die eingehenden Nachrichten, entlarven Falschmeldungen und stellen verdrehte Inhalte klar. Bei offensichtlichen Rechtsverstößen auch in Zusammenarbeit mit Polizeidienststellen, dem BKA und LKA. Rund 550.000 Menschen haben bereits verdächtige Meldungen an Mimikama weiter gegeben. Häufen sich solche zu bestimmten Themen, veröffentlicht der Verein Berichte und Warnungen dazu auf seiner Homepage und teilt diese wiederum über Facebook. ZDDK – „Zuerst denken, dann klicken“, heißt das Projekt.

 

Andre Wolf hat heute schon mehrere Interviews gegeben. Den Medienhype um seine Person merkt man ihm nicht an. „War’s das schon?“ fragt er fröhlich, als wir die Kamera ausgeschaltet haben. Er lacht und gibt uns die Hand. „Na dann. Bis zum nächsten Mal.“

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Kommentare (1)

Dieter Nowak am

Hallo, ich bin der Meinung, dass ich schon seit Jahren ein Opfer von Cyber-mobbing bin, kann aber nichts beweisen,
habe darüber aber schon viele lästerhafte Kommentare über mich gehört (akustisch, nicht im Internet gelesen).
Könnt Ihr mir vielleicht helfen, das Fake über mich zu finden, zu löschen und evtl. eine Gegendarstellung zu machen?
Und was würde das kosten? Ich selbst kenne mich leider zuwenig aus.
Vielen Dank, Dieter Nowak

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