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Koranverteilung auf der Mariahilferstraße in Wien am 22.05.2015. Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com

Verbot von Salafisten-Gruppierung
Vorbild Deutschland? Österreich diskutiert über die Koran-Verteiler

Die Bundesregierung in Berlin hat die Salafisten-Vereinigung „Die wahre Religion“ verboten. Sie hat in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich für Aufsehen gesorgt: Weil sie in Fußgängerzonen kostenlos Exemplare des Koran verteilt hat. Verfassungsschützer sehen sie aber auch als Rekrutierungsplattform für Dschihadisten – gleichsam ein niedrigschwelliges Kontakt-Angebot.

Kopf der Gruppe ist der Palästinenser Ibrahim Abou Nagie, der sich nach Malaysia abgesetzt haben soll. Von ihm und seiner Gruppierung kursieren mehr als 2.000 Propaganda-Videos im Netz. Der Wiener Politologe und Islamismus-Experte Thomas Schmidinger meint, dadurch bekomme eine radikale Lesart des Islam, verbreitet von einer kleinen Gruppe, mehr Gewicht als die Ansichten der muslimischen Mehrheit.

Die Razzien und das Verbot in Deutschland kommentiert der Politologe kritisch. Er befürchtet, dass die Aktivisten weiter in den Untergrund abwandern. Seine Befürchtung: Sie könnten bei künftigen Anschlägen wieder in Erscheinung treten. Im Wiener Innenministerium heißt es: Man beobachte die Gruppierung, aber das Verteilen von religiösen Schriften sei noch nicht strafbar. Lediglich der auch für Integration zuständige Außenminister Kurz sprach sich für ein Verbot der Vereinigung aus – und die rechtspopulistische FPÖ. Politologe Schmidinger plädiert für „weniger Symbolpolitik“, aber ein nachhaltiges Zerschlagen der Strukturen.

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Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie verteilt Korane in Köln, 19.03.2016. Foto: picture alliance | Geisler-Fotopress
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