Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Wahlplakate der Präsidentschaftskandidaten Alexander van der Bellen und Norbert Hofer in Wien. Am 4. Dezember 2016 finden Bundespräsidentschaftswahlen in Österreich statt. Foto: picture-alliance | dpa

Rückenwind für FPÖ-Kandidat Hofer?
Diskussion über Trump-Effekt in Österreich

Es droht, schmutzig zu werden.

Thomas Hofer, Wiener Politologe über den Wahlkampf bis zur Bundespräsidentenwahl am 4. Dezember

Nach dem Sieg des Republikaners Donald Trump ist nach wie vor vielen unklar, was für eine Politik der umstrittene Milliardär machen wird. Und während es USA Proteste gegen den President-elect gibt, reiben sich die Rechtspopulisten in Europa die Hände. Vielen hoffen auf einen Trump-Effekt. Darunter die Chefin des Front National Marine LePen oder der Niederländer Geert Wilders. In Österreich setzt die Freiheitliche Partei, die FPÖ, auf Rückenwind für ihren Kandidaten Norbert Hofer, am 4. Dezember. An diesem Tag wird die Stichwahl für das Präsidentenamt in Österreich wiederholt. Hofers Gegenkandidat Alexander van der Bellen glaubt nicht, dass Hofer vom Sieg Trumps bei der US Wahl profitiert.

„Ich jedenfalls möchte nicht, dass Österreich das erste westeuropäische Land ist, an dessen Spitze ein rechtspopulistischer, deutschnationaler Burschenschafter steht.“ meinte Van der Bellen. In der Tat sehen 85 Prozent der Österreicher Trump kritisch. Das ergab eine Umfrage vor der US-Wahl. Und auch Van der Bellens Wahlkampfleiter Lothar Lockl hofft, dass Trumps Wahl ein Weckruf ist allerdings  mit Abschreckungseffekt.  Er  glaubt an einen indirekter Effekt des Ausgangs der US-Wahlen. Denn, so Lockl, „Diese Polarisierung, die es dort  (in den USA) gegeben hat, auch der Stil, dass man anders Denkende beleidigt und bedroht, dass das viele aufgerüttelt hat, die vielleicht unsicher waren, ob sie wählen gehen sollen.“

Ganz anders wird die Lage im FPÖ-Lager beurteilt. Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer verspricht, im Wahlkampfstil sanft zu bleiben. Trumps Verbalattacken wolle er keineswegs kopieren so Hofer. Er findet, im Van der Bellen Lager habe sich der Ton verschärft. Van der Bellen greife ihn auch persönlich an. „Ich möchte das nicht machen, ich möchte meinen Weg weiter gehen, so wie ich das bisher getan habe,  mich auf Sachthemen konzentrieren.“

Den Sieg Donald Trumps will sich die FPÖ aber durchaus Zunutze machen. Hofers Wahlkampfleiter Herbert Kickl sieht die Parallelen zu den USA darin, dass sich das gesamte politische Establishment hinter einhängt habe.  Für Hofer gehören dazu„ Medien, sogenannte Künstler und Intellektuelle und jeder, der sich da noch berufen fühlt. Und auf der anderen Seite haben wir jemand, der das Volk hinter sich versammeln konnte. Und so werden wir das auch in Österreich sehen.“

Der Politikwissenschaftler Thomas Hofer ist überzeugt, dass die Parolen im Wahlkampfendspurt  bis 4. Dezember in jedem Fall schmutziger und emotionaler werden. Ziel sei, die Anhänger des jeweiligen Lagers zu mobilisieren.  Hofers Analyse: „Das wird ein entscheidender Faktor sein, wer da mehr Emotion reinbringt, und deswegen droht es dann natürlich auch schmutzig zu werden.“

Wem also nützt die Trump-Debatte am Ende mehr? Der Politikwissenschaftler neigt zu mehr Vorteilen für Norbert Hofer und hält einen Schub für den FPÖ- Kandidaten für möglich. Für entschieden hält er das Rennen aber keineswegs.  Denn man dürfe nich vergessen „es ist natürlich auch das Beispiel Trump, er als Person ist nicht gerade beliebt in Österreich. Und deswegen können die Grünen vielleicht auf einen Contra-Effekt setzen, quasi die Gegenmobilisierung, wir müssen das jetzt verhindern, was in Amerika passiert ist.“

Es wird jedenfall wieder knapp, meint der Politologe. Entscheidend wird seiner Ansicht nach, welches Lager am Ende sein Potenzial besser ausschöpfen kann. –Auf den Punkt gebracht:   „Der, der besser durchmobilisiert, der gewinnt.“

Ich jedenfalls möchte nicht, dass Österreich das erste westeuropäische Land ist, an dessen Spitze ein rechtspopulistischer, deutschnationaler Burschenschafter steht.

Alexander Van der Bellen, Präsdientschaftskandidat

Ich gratuliere dem zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu seinem Wahlsieg.

Norbert Hofer, FPÖ-Präsidentschaftskandidat

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
Wer zieht in die Hofburg ein? Am 4.12. wird die Stichwahl um das Präsidentenamt wiederholt. Foto: BR | Karin Straka
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.