Rumen Radew, Präsidentschaftskandidat, parteilos, unterstützt von den oppositionellen Sozialisten. Der Ex-General lag rund vier Prozent vor Zatschewa. Foto: picture-allaince | dpa

Russland-Freund wird neuer Präsident in Bulgarien
Premier Borissow kündigt Rücktritt an

Es ist die Chronik eines angekündigten Rücktritts. Der bulgarische Premier Borissow hatte angedroht das Handtuch zu werfen, sollte seine Kandidatin Zatscheva nicht Präsidentin werden. So ist es auch gekommen. Sie konnte nur etwa ein Drittel der Wähler überzeugen. „Nach dem Willen des Volkes sind wir jetzt Opposition“, sagte der Konservative am Wahlabend. Kritiker geben an dem Ergebnis auch Borissow die Schuld. Er hatte seine Kandidatin erst wenige Wochen vor der Wahl präsentiert.

Gut 60 Prozent der bulgarischen Wähler stimmten für den ehemaligen Luftwaffengeneral Rumen Radew. Der 53-Jährige wird der neue Präsident Bulgariens – und er wird es auch sein, wenn das Balkanland am 1. Januar 2018 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Der Kandidat der oppositionellen Sozialisten hatte sich im Wahlkampf für ein Ende der EU-Sanktionen gegen Russland stark gemacht. Er teilte am Wahlabend noch einmal gegen den Premier aus. Borissow habe sein Ego nicht überwinden und die Macht teilen können, sagte Radew vor seinen Anhängern.

Die Frage ist, wie es jetzt weiter geht. Der scheidende Präsident Plewneliew erklärte zwar, ein Rücktritt der Regierung bedeute nicht zwingend eine parlamentarische Krise. Allerdings hatte Premier Borissow als Chef der größten Partei GERB klar gemacht, dass er für eine neue Regierung nicht zur Verfügung steht. Damit stehen die Zeichen auf Neuwahlen im Frühjahr. In den letzten drei Jahren mussten die Bulgaren schon drei Mal an die Wahlurne.

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Hat seinen Rücktritt angekündigt: Bulgariens Premierminister Borisov. Foto: picture-alliance | dpa
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