OLAF - Die EU-Antikorruptionsbehörde ermittelt gegen Ungarn. Foto: BR

Fragwürdige Verwendung von EU-Millionen
Stoppt die EU bald sämtliche Zahlungen an Ungarn?

Der jüngste Jahresbericht der EU-Antikorruptionsbehörde OLAF macht deutlich: Allein in den letzten vier Jahren wurden in Ungarn mindestens 24 Fälle bekannt, in denen auf fragwürdige Weise EU-Geld angefordert wurde und oft auch verschwand. Wie etwa bei einem EU-geförderten Projekt von 19 Millionen Euro, um der Roma-Minderheit in Ungarn zu helfen. Besonders denen, die keine Arbeit finden können. Inzwischen steht aber fest: Die Hilfe ist bei den Betroffenen nie angekommen. Stattdessen langten die Projektbeauftragten in Budapest zu: für den Kauf von Büros oder eine umfangreiche Fahrzeugflotte. Kritik gibt es auch an Ministerpräsident Viktor Orban. Denn in seinem Heimatdorf Felcsut, keine Autostunde von Budapest entfernt, fährt eine Schmalspurbahn, die Fragen aufwirft. Lange hatte sich Orban diese Nostalgiebahn gewünscht, doch jetzt ist sein Traum Wirklichkeit geworden. Finanziert wurde die Bahn vor allem mit einem Millionen-Zuschuss der EU. Das Problem: Sie zieht keine Touristen an, wie es der EU-Förderantrag verspricht.

Autor: Darko Jakovljevic

Kamera: Valentin Platzgummer

Ton: Martin Kerschbaumer

Schnitt: Roland Buzzi

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Kommentare (1)

Ich würde gerne an der Aufdeckung weiterer „Fehler“ mitwirken, als ehemaliger Ungar, z.B. was ist mit den 500 Millionen geworden, die von H. Kohl den Ungarn 1990 geschenkt wurde.

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