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Die österreichische Schriftstellerin und Theaterautorin, Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek am Donnerstag, 07. Oktober 2004, aufgenommen in Wien. Foto: picture alliance/dpa

Die österreichische Sprachmeisterin Elfriede Jelinek wird 70 Jahre alt
„Nobelpreisträgerin und Nestbeschmutzerin“

„Ich bin eigentlich ziemlich schüchtern“, sagte Elfriede Jelinek einmal. Doch das ist nicht der Hauptgrund für ihr schwieriges Verhältnis zur Öffentlichkeit oder den meisten Medien. Kaum eine zeitgenössische Autorin ist in Österreich so diffamiert worden wie Elfriede Jelinek. Ob Fukushima, Islamismus oder das Gletscherbahnunglück von Kaprun, sie greift aktuelle Themen auf. Zuletzt in der Fluchttragödie „Die Schutzbefohlenen“. 1985 sorgt Jelinek in Österreich mit dem Stück „Burgtheater“ für helle Aufregung. Darin geht es um die NS Vergangenheit der bekannten Schauspielerfamilie Wessely Hörbiger und Jelinek nimmt darin die überfällige Debatte über den Nationalsozialismus in Österreich vorweg. Noch vor der Affäre um den späteren Bundespräsidenten Kurt Waldheim.  Der österreichische Zeithistoriker Oliver Rathkolb hält „Burgtheater“ für ein Schlüsselwerk. „Wer die komplexen Ausgangslagen in Österreich zur Geschichtspolitik der zweiten Republik verstehen will, muss sich mit der Rezeptionsanalyse von „Burgtheater“ unbedingt auseinandersetzen“.  Sagt er im Gespräch mit der ARD.

Geboren wird Elfriede Jelinek am 20.Oktober 1946 in der Steiermark, wächst aber in Wien auf wo sie Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften studiert. Wegen Angstzuständen bricht sie das Studium aber ab und beginnt ab 1967 ernsthaft zu schreiben.

Ist Schreiben die Gabe der Schmiegsamkeit? Der Anschmiegsamkeit an die Wirklichkeit? Man möchte sich ja gerne anschmiegen, aber was geschieht dann mit mir?

Elfriede Jelinek

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Foto: Plakat von der Veranstaltungsreihe der Forschungsplatform Elfriede Jelinek der Uni Wien. Foto: Andrea Beer
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Es entstehen zahlreiche  Hörspiele, Essays, Theaterstücke, Drehbücher und Romane. 1985 irritiert sie mit „Lust“. Darin beschreibt sie ein perverses Eheleben. Das Buch wird als Porno zerrissen und die sensible Jelinek als Pornographin verunglimpft. Immer wieder zieht sie sich nach Angriffen aus der Öffentlichkeit zurück. Etwa nachdem die FPÖ sie auf Wahlplakaten direkt angreift. „Jelinek – Dreck“ zeigt das Niveau so mancher Auseinandersetzung. Als die FPÖ im Jahre 2000 mitregiert verbietet Jelinek, dass ihre Stücke in Österreich gespielt werden. 2004 erhält sie den Literaturnobelpreis und schickt zur Verleihung nur eine Videobotschaft. Jelinek ist verheiratet und lebt in Wien und München. Inzwischen tritt sie nicht mehr in der Öffentlichkeit auf, doch das Internet ist ihr Medium geworden. Per Mail kann man mit Elfriede Jelinek Kontakt aufnehmen und wer sich für ihr Werk ernsthaft interessiert, kann durchaus auf Antwort hoffen.

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