Voodoo Jürgens auf dem 7. Wiener Popfest im Juli auf der Seebühne am Karlsplatz. Foto: picture-alliance | dpa

Der neue Stern am österreichischen Musikhimmel
Voodoo Jürgens

Wir sind am Donaukanal mit Voodoo Jürgens verabredet. Gerade hat er seine erste Platte raus gebracht und damit gleich das österreichische Popalbum des Jahres gelandet. Seitdem feiern die Medien ihn als Wunderkind und Popfigur der Stunde. Seine Konzerte sind im Vorfeld ausverkauft, die Journalisten reißen sich um ihn. Zu unserem Interview kommt er mit der U-Bahn, ich warte am Ausgang Schwedenplatz. Er sei der mit der roten Gitarre, schreibt er mir noch per SMS, damit ich ihn erkenne, als wüsste keiner wie er aussieht – Understatement, das er ernst meint. Er lächelt schüchtern, als er mich sieht, reicht mir die Hand, zündet sich eine Zigarette an. Ich bedanke mich, dass er sich für die Dreharbeiten Zeit nimmt. „Ja eh,“, sagt er und lacht, fast etwas verlegen, als wisse er nicht so recht, was er mit den Fernsehmenschen jetzt so reden soll.

Am Kanal packt er die Gitarre aus. Mit Unschuldsblick und derbstem Wiener Dialekt singt er vom Willi und dessen toter Tochter: „die hod si in Goldernen gebn, er hods gfundn im Zimmer mit da Pumpn daneben.“ Er erzählt uns von Gitti, die einem Vorstadt-Casanova verfallen ist und teilt Erinnerungen aus seiner Kindheit in Tulln, der Kleinstadt bei Wien, in der er aufgewachsen ist. Es sind mit Tönen untermalte Geschichten, die er singt. Unprätentiös, direkt und ungeschönt.

Den Namen Voodoo Jürgens hat er sich schon früh gegeben und er spinnt seine eigenen Legenden darum. Manchmal erzählt er die Geschichte vom Voodoozauber, unter dessen Einfluss seine Eltern ihn gezeugt haben sollen, und manchmal sagt er, der Name sei einfach aus einer Blödelei im Bandraum heraus entstanden. Das wechselt ganz nach Lust und Laune. Die Leute sollen sich ihr eigenes Bild machen, darauf läuft es hinaus und so hält er es auch mit seiner Musik. Er erklärt sie ungern. Ihm gehe es darum, Situationen abzubilden, über die sich jeder seine eigenen Gedanken machen kann, sagt er. Seine eigene Interpretation sei da nur störend.

Im November geht Voodoo Jürgens in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf Tournee.

Voodoo Jürgens - Österreichs neuer Popstar

Beitrag: Tamara Link

Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Roland Buzzi

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Aus dem Nichts zum neuen Star der österreichischen Musikszene mit seinem Debütalbum "Ansa Woar". Foto: BR | Tamara Link
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