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Fähnchen für Norbert Hofer: FPÖ-Wahlkampf im Bierzelt in Wels. Foto: BR | Ralf Borchard

Was die Leute auf dem Land zu Bundespräsidentenwahl und FPÖ-Erfolgen sagen
Hofburg, Klebstoff, Populismus – wundersames Österreich

Was ist los in Österreich? Seit Jahresbeginn herrscht Wahlkampf um die Hofburg – doch es gibt noch immer keinen neuen Bundespräsidenten. Den knappen Sieg von Ex-Grünen-Parteichef Alexander Van der Bellen über FPÖ-Kandidat Norbert Hofer im Mai kippte das Verfassungsgericht wegen Schlampereien bei der Stimmauszählung. Dann versagte der Klebstoff an den Briefwahlumschlängen und die für 2. Oktober geplante Wahlwiederholung musste auf 4. Dezember verschoben werden. Macht sich das Land lächerlich? Gewinnt am Ende FPÖ-Kandidat Hofer? Warum applaudieren immer mehr Österreicher den Rechtspopulisten, die vor allem Stimmung gegen Flüchtlinge machen? Ich habe in einem Dorf in der Steiermark, am Millstätter See in Kärnten, im Bierzelt in Oberösterreich und in einem Stadtpalais in Wien nachgefragt.

„Ich finde nicht, dass die FPÖ eine rechtsradikale Partei ist. Bei uns in der Gemeinde, der vorige Bürgermeister, der Horst, hat super Sachen gemacht, ist von der FPÖ gewesen, aber auch die anderen Bürgermeister, von der ÖVP zum Beispiel jetzt der Hannes, die machen alle super Sachen."

Christoph Lasacher, Kapellmeister, Predlitz/Steiermark

„Ich glaube, dass die Österreicher ein bisschen politikverdrossen sind. Sie suchen eine Alternative. Und der Herr Hofer spricht wahrscheinlich 50 Prozent der Bevölkerung an, dass sie dort wahrscheinlich sich sicher fühlen.“

Horst Prodinger, früher FPÖ-Bürgermeister, Predlitz/Steiermark

„Eine Dame hätte ein Haus angeboten für Flüchtlinge. Aber hat das dann doch wieder zurückgezogen, weil sie gemeint, hat, die Ressentiments sind doch so groß und sie traut sich nicht. Wahrscheinlich ist das, was einem selber ganz fremd ist, mit der größten Angst behaftet. Und die Angst vor dem Islam ist schon sehr groß.“

Ewald Pristavec, Pfarrer, Predlitz/Steiermark

"Wir Österreicher haben weniger Rechte als die Asylanten. So schaut’s aus. Weil die Asylanten werden dreimal am Tag bewirtet, sie haben Frühstück, Mittagessen und Abendessen, bekommen Taschengeld, haben warmes Wasser und haben ein Dach über dem Kopf. Das hat oft eine österreichische Familie nicht.“

Eine Hotelrezeptionistin, Millstatt/Kärnten

„Wir wollen in kein rechtes Eck gedrängt werden und wir sollten auch nicht dorthin gedrängt werden. Legitime Parteien, wo vielleicht auch ein bisschen patriotisches Bewusstsein drinnen ist, das darf ein Land, ein Volk schon irgendwie haben. Und noch schlimmer wäre es, wenn Europa mit erhobenem Finger auf Österreich zeigen würde.“

Gottlieb Strobl, Unternehmer, Millstatt/Kärnten

„Das schmerzt durchaus, wenn die Entscheidungsträger der großen Parteien, die vorher eigentlich eine andere Einstellung gehabt haben, aus populistischen Gründen jetzt dann da in diese Richtung tendieren mit Zugangsbeschränkungen. Das hat nichts mit Format zu tun. Da lob‘ ich mir Eure Angela, die dazu steht, und die eigentlich beweist, dass sie die große Politikerin in Europa ist.“

Johann Schuster, SPÖ-Bürgermeister, Millstatt/Kärnten

„Der Hofer ist sympathisch. Ich bin seit Jahren FPÖ-Wähler und ich hoffe, dass es so weiter geht – dass die FPÖ, auf dem Siegeszug ist.“ „Ja, wir müssen einfach mal wieder nationaler werden.“ „Weil der Hofer einfach für den kleinen Mann da ist, deswegen ist der Hofer einfach der bessere, weil er menschlich ist.“

Hofer-Wähler im Bierzelt, Wels/Oberösterreich

„Ich glaube, dass Alexander Van der Bellen die solidere Lösung für Österreich ist. Nicht nur, weil man darauf achten sollte, was das Ausland über Österreich denkt, sondern auch, was die Österreicher über sich selber denken. Ich kenne ihn noch von der Uni und bin seitdem ein glühender Van der Bellen-Fan, weil er ein irrsinnig gebildeter, lustiger, offener Mensch ist.“

Van der Bellen-Wählerinnen beim Spendeneintreiben, Wien

„Wahrscheinlicht geht es uns einfach zu gut. Jeder tut nur jammern die ganze Zeit und keiner ist zufrieden mit irgendwas. Es ist ja bei uns keiner am Verhungern." „Jammern – jein. Es wird auf hohem Niveau gejammert. Aber es kann nicht sein, dass immer weniger für immer mehr arbeiten müssen.“ „Irgendwer wird das Rennen machen. Und ich hoffe, dass dieser Affenzirkus bald vorbei ist.“

Stimmen im Gemeindeamt, Predlitz/Steiermark

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T-Shirt beim Wahlkampfauftritt von Norbert Hofer in Wels. Foto: BR | Ralf Borchard
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