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…und täglich grüßt das Wahlplakat
Der „ewige“ Bundespräsidentenwahlkampf

„Österreich hat ein Problem und dieses Problem heißt Klebstoff“ hatte  Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen launig in einer eigens angesetzten Pressekonferenz verkündet, als sich bereits abzeichnete, dass der für 2.Oktober angesetzte Wahltermin wegen fehlerhafter Wahlkarten-Kuverts verschoben werden müsse. Sein Wahl-Kontrahent Norbert Hofer von der FPÖ war noch weniger amused, aus seiner Sicht war es ein Beleg für eine nicht funktionierende Verwaltung in der österreichischen Hauptstadt. Immerhin hatte der für die Ausrichtung der Wahlen zuständige Innenminister Wolfgang Sobotka von einer „technischen Panne“ gesprochen und polizeiliche Ermittlungen eingeleitet, wie es zu dem Einsatz eines fehlerhaften Klebstoffs zum ordnungsgemäßen Verschließen der Wahlkarten kommen konnte.

 

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Der „ewige“ Bundespräsidentenwahlkampf in Österreich

Beitrag: Michael Mandlik

Kamera: Daniel Dzyak / Tamara Link

Schnitt: Christine Dériaz

Eigentlich ist schon alles gesagt

Wie auch immer, der nunmehr verschobene Wahltermin – es soll der 4.Dezember sein – zieht den ohnehin schon verlängerten Bundespräsidenten-Wahlkampf in eine neue Runde. Dabei ist doch eigentlich schon alles gesagt an Wahlkampfaussagen und  –versprechungen; die Wähler in Österreich wissen sicher auch schon längst, wem sie am 4.Dezember – erneut – ihre Stimme geben werden. Und die Kandidaten? Man hat den Eindruck, als wären sie selbst auch schon längst genervt von ihren in zig Wahlkampfveranstaltungen immer und immer wieder vorgebrachten Argumenten, von den inzwischen monatelangen Begegnungen mit ihren eigenen Konterfeis auf den Wahlplakaten ganz zu schweigen.

Vielleicht ist es aber weniger Wahlkampfmüdigkeit als eine reife Erkenntnis, dass die ganze Streiterei um den „richtigen“ politischen Weg in Österreich eh nichts bringt – außer Ärger und Verdruss. Wie anders sollte man jene denkwürdige Begegnung anlässlich einer Luftfahrtschau im steirischen Zeltweg werten, als sich die wahlkämpfenden Hofer und Van der Bellen – eher zufällig –sozusagen im offenen Feld begegneten. Von Rivalität oder gar Abneigung keine Spur! Im Gegenteil: gerade dass man sich gegenseitig nicht spontan in die Arme gefallen ist – sichtlich erleichtert darüber, dass es dem Anderen auch nicht besser geht, gnadenlos eingepresst zu sein in eine Wahlkampfmaschinerie, die nur Termine kennt und das ewige Lächeln in laufende Kameras und blitzende Fotoapparate.

An jenem denkwürdigen Nachmittag hätte man beinahe Mitleid mit den Protagonisten bekommen können, aber nur beinahe… denn natürlich wird es nun unmittelbar nach der Klebestoffpanne nur eine kurze Verschnaufpause geben. Dann wird er weitergeführt, der Wahlkampf und ohne Pardon bis zum Wahltag am 4.Dezember. Schließlich geht es für beide (und ihre Wähler) ja um was – um den „richtigen“ politischen Weg in Österreich.

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