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Direkt statt diskret: Lokalwerbung aus den 80er Jahren. Foto: BR | Michael Mandlik

Eine Ausstellung der speziellen Art
Sex in Wien

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"Sex in Wien"

Ein Beitrag von Tamara Link

Kamera und Schnitt: Tamara Link

Sex sells? In diesem Fall wohl mit dem Ausstellungstitel „Sex in Wien“. Schon Tage vor der Ausstellungseröffnung künden in der Wiener Innenstadt großformatige Plakate das Thema an, entsprechend groß ist das Medieninteresse bei Ausstellungseröffnung im Wien Museum am Karlsplatz , bei der Presseführung drängen sich die Journalisten.

 

Ein Spiegelbild der Gesellschaft

 

Drinnen erwartet die Besucher eine Reise quer durch das Panoptikum Sexualität in der Großstadt, mit Ausstellungsobjekten beginnend im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Im Zentrum steht das Spannungsverhältnis zwischen sexueller Freiheit und amtlichem Verbot, und gewissermaßen als Plattform die Anonymität der Großstadt als Grauzone von Bedürfnis, Toleranz, Akzeptanz, Anerkennung, Verdrängung, Ablehnung, Ausbeutung bis hin zur gesellschaftlichen Ächtung. Fazit: Sexualität in der Großstadt ist das, was die jeweilige Gesellschaft aus und mit ihr macht – und somit ein Spiegelbild ihrer selbst.

 

Bahnbrechende Erkenntnisse

 

Warum die Ausstellung für Jugendliche unter 18 nicht erlaubt ist, wird im mittleren der drei Ausstellungs-Abschnitte, „Beim Sex“, offenkundig. Die Videoinstallation eines Paares beim Geschlechtsakt ist zwar dezidiert pornographisch – die Ausstellung bemüht sich aber auch hier um die Einbindung in einen seriös-didaktischen Kontext, was ihr gelingt. Die Abschnitte „Davor“ und „Danach“ beschäftigen sie sich in vielen Aspekten mit den historischen wie aktuellen gesellschaftlichen Konventionen der Annäherung, der Begegnung, der Definition von Tabus wie aber auch der Kommerzialisierung von Sexualität. Auch sexualhygienische Verweise – Thema Geschlechtskrankheiten – werden nicht ausgespart. Und selbstverständlich wird auch angeführt, warum es die Stadt Wien war, in der zuerst und nicht nur mit Sigmund Freud bahnbrechende Erkenntnisse in den wissenschaftlichen Disziplinen Sexualtherapie und Psychoanalyse gewonnen wurden.

 

Triebfeder der Wiener Kulturgeschichte

 

“Sex in Wien“ wirkt an keiner Stelle anstößig, viel mehr erklärt die Ausstellung Sexualität als einen wesentlichen Teil, oder – wenn man so möchte – als Triebfeder in der Ausformung der Wiener Kulturgeschichte. Geöffnet ist die Ausstellung im Wien Museum bis Mitte Januar 2017.

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