László Hudi, Vorsitzender des Verbandes der freien Theater in Ungarn. Foto: BR | Attila Poth

Theatermacher in Ungarn heute
„Es findet ein kultureller Rachefeldzug statt“

Wer in den Seitenstraßen des Budapester Andrássy-Boulevards unterwegs ist, entdeckt sie sofort. Theater reiht sich an Theater. Die Theaterszene in Ungarn ist durchaus lebendig und vielfältig. Bei internationalen Gastspielen sind ungarische Regisseure wie Robert Alföldi oder Arpad Schilling gern gesehene Gäste. Aber wie sieht es in ihrer Heimat aus?

Die Regierung Orbán hat nicht nur in den Medien und der Justiz ihr genehme Personen auf die Chefsessel gesetzt. Auch in der Kultur. Etwa Attila Vidnyanszky. Der einflussreiche Kulturpolitiker aus der Karpato-Ukraine ist jetzt Chef des Nationaltheaters. Sein Vorgänger Robert Alföldi musste nach fünf Jahren an der Spitze des Hauses – obwohl erfolgreich – gehen. Er kann überleben, auch Dank der Engagements im Ausland. So geht es auch Arpad Schilling, dem Chef des „Kretakör“ (Kreidekreis) – ein Projekt, das viel mehr als Theater ist.

Anders als zu sozialliberalen Zeiten, als die freien Theater als schick galten und entsprechend alimentiert wurden, kämpfen sie heute ums Überleben. Gefördert werden die großen Häuser, die ungarischen Theater in den Anrainerstaaten und die loyalen Theatermacher. „Wir leben in einem Einparteienstaat“, meint Alföldi. Das hätten viele seiner Kollegen mittlerweile akzeptiert und sich darin eingerichtet.

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Theaterregisseur Robert Alföldi sagt, viele Kollegen hätten sich mit der Orbán-Regierung arrangiert. Foto: BR | Attila Poth
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