Der ungarische Publizist Zsolt Bayer bei einer Pressekonferenz am 16.01.2012 in Budapest. Foto: picture alliance | dpa

Ungarn: Protest gegen Ehrung für umstrittenen Publizisten
Welche Verdienste hat Zsolt Bayer?

Er ist ein enger Freund des ungarischen Premiers. Und er hat die Regierungspartei Fidesz mitgegründet. Sein Mitgliedsausweis trägt die Nummer 5. Wenn es darum geht, Claqueure für den ungarischen Premier auf die Straße zu holen, organisiert Zsolt Bayer sogenannte „Friedensmärsche“ und marschiert ganz vorne mit.

Berüchtigt ist Zsolt Bayer aber wegen seiner Angriffe gegen Roma, Juden, Linke und EU-Politiker. In der strammrechten Zeitung „Magyar Hirlap“ oder im Echo TV, das gerne Verschwörungstheorien verbreitet, publiziert Bayer. Was er von sich gibt, ist oft unflätig und voller Hass. So hat er Roma mit Tieren verglichen, Juden als Exkremente bezeichnet, empfahl nach dem Lynchmord an einem Lehrer, der ein Roma-Kind überfahren hatte, kräftig aufs Gaspedal zu drücken. Die grüne Europaabgeordnete Ulrike Lunacek bezeichnete Bayer als „gehirnamputierte Idiotin mit Krätze“.

Er hat dafür Geldstrafen kassiert. Doch die Regierung in Budapest kann in seinen Schriften ein Verdienst erkennen. Dafür wurde Bayer der Ritterorden verliehen. Daraufhin haben 100 Persönlichkeiten ihre staatlichen Ehrungen zurückgegeben. Sie wollen nicht in einem Atemzug mit Bayer genannt werden. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden in Ungarn, Heisler, nannte die Ehrung für Bayer „beispiellos zynisch“.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
"Ich möchte nicht auf einer Namensliste mit einem Menschen auftauchen, dessen Schriften in den letzten Jahren die Grenzen des guten Geschmacks weit überschritten haben. " - Jenö Kaltenbach, früherer Ombudsman der Regierung zur Rückgabe seiner staatlichen Auszeichung
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.