Das Islamische Zentrum Wien, aufgenommen am 25.10.2014 anlässlich des 'Tages der offenen Moschee' in Wien. Foto: picture-alliance | dpa

Österreich hat das Zusammenleben mit Muslimen 2015 gesetzlich neu geregelt
Islam österreichischer Prägung

Im Februar 2015 wurde in Österreich eine Neufassung des Islamgesetzes aus dem Jahr 1912 beschlossen. Damit will Österreich extremistischen Tendenzen entgegenwirken  aber auch die Rechte von Muslimen stärken. Muslimische Glaubensgemeinschaften können sich seitdem als Körperschaften öffentlichen Rechts eintragen lassen, sofern sie sich zu einer „positiven Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat“  verpflichten. Außerdem sieht das Gesetz vor, dass Imame zukünftig in Österreich ausgebildet und bezahlt werden.

Inzwischen mussten die ersten aus dem Ausland bezahlten Imame Österreich verlassen, ihre Visa wurden nicht verlängert. An der Universität Wien startet voraussichtlich im Herbst 2017 ein Bachelor-Studiengang für islamische Theologie.

Das Islamgesetz stattet österreichische Muslime aber auch erstmals mit religionsspezifischen Rechten aus:  Staatliche Einrichtungen sind verpflichtet, Seelsorger muslimischen Glaubens bereitzuhalten. Auch bei der Verpflegung beim Bundesheer, in Krankenhäusern oder in Gefängnisse soll auf islamische Vorschriften Rücksicht genommen werden.

Kritiker sehen in dem Gesetz eine Ungleichbehandlung der Muslime im Vergleich zu anderen Religionen. Wenn man Muslime zur Einhaltung von Recht und Gesetz verpflichte, andere Religionen aber nicht, dann stelle man eine ganze Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht.

In Österreich leben ca. 560.000 Muslime. Ursprünglich sind sie Türken, Bosnier, Araber oder Tschetschenen. Ein Drittel von Ihnen besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft.

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Im Februar 2015 wurde in Österreich eine Neufassung des Islamgesetzes aus dem Jahr 1912 beschlossen. Damit will Österreich extremistischen Tendenzen entgegenwirken aber auch die Rechte von Muslimen stärken.
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