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Robert de Niro erhält den Ehrenpreis für sein Lebenswerk 'Das Herz von Sarajevo'. Foto: picture-alliance | dpa

Eröffnung des 22. Sarajevo Filmfestivals
Robert de Niro erhält Ehrenpreis

Die Promis hatten es gestern Abend auf dem Roten Teppich von Sarajevo Filmfestival nicht so leicht. Das Thermometer zeigte nicht gerade sommerliche 13 Grad und die Presse wollte nur einen sehen: den Hollywoodstar Robert de Niro.

De Niro kam kurz nach 20 Uhr an und war wärmer als die anderen angezogen. Viele riefen seinen Namen, aber nur wenige bekamen ein Autogramm von ihm. Das kurze Interview für das bosnische Fernsehen, ein paar mal Lächeln für die Presse und De Niro betritt das feierlich geschmückte Nationaltheater in der bosnischen Hauptstadt.

 

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Robert de Niro auf dem roten Teppich

Eine Stunde später kam der amerikanische Schauspieler im Open Air Cinema an, wo er den Ehrenpreis „Das Herz von Sarajevo“ für seine Lebensleistungen bekam. Etwa 3.000 Menschen belohnten ihn mit einem Riesenbeifall. De Niro bedankte sich freundlich, hielt einige Sekunden das silberne Herz in der Luft und eröffnete feierlich das 22. Sarajevo Filmfestival.

Video: Eldina Jasarevic

Alles hat vor 22 Jahren angefangen. Im Herbst 1995, etwa 4 Monate vor dem Ende der 1.425 Tage langen Belagerung von Sarajevo haben ein paar Enthusiasten entschieden, das Sarajevo Film Festival zu gründen. In einem mit Sandsäcken geschützten Kino wurden in 12 Tagen 37 Filme auf VHS-Bändern gezeigt. Wegen der Sperrstunde mussten alle Projektionen vor 22.00 Uhr enden. Trotz allem hat das erste Sarajevo Filmfestival damals 15.000 Zuschauer angezogen.

Heute ist das SFF eines der größten und wichtigsten kulturellen Veranstaltungen im ganzen Südosteuropa. In diesem Jahr werden 222 Filme aus 61 Ländern gezeigt. Man erwartet 100.000 Besucher. Und viele regionale Promis, Stars und Sternchen. Für viele von ihnen ist es zur Prestigefrage geworden, sich auf dem Roten Teppich vor dem Nationaltheater zeigen zu können.

Intellektuelle dagegen nutzen das Festival, um zu zeigen, dass die Kultur keine Grenzen kennt. In diesen 9 Festivaltagen kennen die Menschen in Sarajevo keine nationalen, politischen Spannungen und keine wirtschaftlichen Probleme. Man genießt die Filme und das Nachtleben in der Stadt bis zu frühen Morgenstunden. Bleibt zu hoffen, dass diese Lebens- und Denkart zur Normalität das ganze Jahr hindurch in ganz Bosnien wird.

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