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Improvisiertes Flüchtlingslager am serbisch-ungarischen Grenzübergang Horgos-Röszke. Foto: BR

Zermürbender Alltag an der serbisch-ungarischen Grenze
Ein Wasserhahn, zehn Dixi-Klos und die Liste der Hoffnung

Ängste vor weiteren Terroranschlägen oder die zurzeit besorgniserregenden Entwicklungen in der Türkei lassen die Flüchtlingskrise in der aktuellen Berichterstattung in den Hintergrund rücken. Beendet ist die Krise aber nicht. Dies wird etwa im improvisierten Flüchtlingslager am serbisch-ungarischen Grenzübergang Horgos-Röszke deutlich, direkt vor den Toren der Europäischen Union. Mehrere Hundert Frauen, Kinder und Männer sitzen hier fest. Seit Wochen oder Monaten warten sie darauf, weitergehen zu dürfen. Doch ungarische Beamte lassen nur wenige Menschen passieren. Pro Tag sind es gerade mal 15 Personen.

Wer gehen darf, wird anhand einer Liste entschieden, die jeden Tag gemeinsam von ungarischen und serbischen Beamten erstellt wird. Die Geflüchteten warten nur darauf, dass auf der Liste endlich der eigene Name und die ihrer Liebsten auftauchen. Kommt der ersehnte Moment, so landet jeder erst einmal in der sogenannten Transitzone, bestehend aus mehreren Bürocontainern der ungarischen Einwanderungsbehörde. Hier hat jeder das Recht, Asyl zu beantragen. Doch die meisten Antragsteller wollen weder in Ungarn noch in Serbien bleiben. Viele halten daher ständig Ausschau nach einer Möglichkeit, es bis nach Westeuropa zu schaffen. Verlockend sind oft die Angebote der Schlepper, die eine schnelle Reise nach Westeuropa trotz geschlossener Balkanroute versprechen. Wer dafür das nötige Geld nicht hat, muss hoffen, auf dem legalen Weg weiterzukommen – und braucht dafür eine Menge Geduld.

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Autor: Darko Jakovljevic

Kamera: Zarko Bogdanovic

Schnitt: Roland Buzzi

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