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Auf der kosovarischen Flagge sieht man den Länderumriss des Kosovo. Foto: picture alliance/dpa

Grenze zwischen Kosovo und Serbien
Umstrittene Kartendarstellung und Länderkürzel XK

Immer wieder fragen Nutzerinnen und Nutzer unserer Online-Seite „ard-wien.de“: „Warum ist die Grenze zwischen dem Kosovo und Serbien mit einer gestrichelten Linie dargestellt? Der Kosovo wurde doch von Deutschland völkerrechtlich als Staat anerkannt?“

Die Antwort darauf ist JA: Deutschland hat den Kosovo 2008 anerkannt. Als deutsches Medium folgen wir dieser völkerrechtlichen Anerkennung grundsätzlich. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung oder die ARD Tagesschau tun das auch in ihren Karten: Die Grenze zwischen Serbien und dem Kosovo wird bei ihnen als durchgezogene Linie dargestellt.  Auf unsere Anfrage heißt es auch beim Bundesamtes für Kartographie: „Die offizielle Darstellung der Landesgrenzen des Kosovo ist eine durchgezogene Linie.“

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt die Grenze zwischen Serbien und dem Kosovo als eine durchgezogene Linie dar. Quelle: FAZ
Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt die Grenze zwischen Serbien und dem Kosovo als eine durchgezogene Linie dar. Quelle: FAZ

Andererseits haben bisher nur 23 der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei erkennen den Kosovo bis heute nicht an.  Zudem respektieren nur 108 von 193 UN-Mitgliedstaaten die Unabhängigkeit des Kosovo entsprechend. Andere Staaten halten die einseitig ausgerufene Unabhängigkeit für rechtswidrig und betrachten den Kosovo weiterhin als Teil Serbiens, auch wenn die serbische Regierung keine Kontrolle mehr über das Gebiet ausübt. Deshalb werden beispielsweise in den Datensätzen von EuroGeographics (einem Zusammenschluss der europäischen, nationalen Einrichtungen, die für Aufgaben der Kartographie und des Katasterwesens verantwortlich sind) zwei Optionen angeboten, die Region des Kosovo darzustellen – als eigenständigen Staat oder als Teil von Serbien.

Alle großen interaktiven Karten wie die von Bing (Microsoft), Apple ebenso wie die von uns verwendete Google-Maps zeigen eine gestrichelte Linie – obwohl der Kosovo auch von den USA anerkannt wurde. Ein Grund ist, dass der Kosovo noch kein UN-Vollmitglied ist. Da wir weiterhin die Interaktivität der Karte auf unserer Startseite „ard-wien.de“ beibehalten möchten, sind wir auf Anbieter von interaktiven Karten angewiesen. Deshalb haben wir uns nach einem längeren Abwägungsprozess dafür entschieden, die interaktive Karte mit gestrichelter Linien beizubehalten.

Die zweite, oft gestellte Frage zur interaktiven Karte auf unserer Startseite lautet: „Warum verwendet ihr für den Kosovo das Kürzel XK?“

Alle von uns verwendeten Länderkürzel basieren auf dem ISO-Standard 3166. Der ISO 3166 ist ein Standard für die Kodierung von geografischen Einheiten, herausgegeben von der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Er besteht aus drei Teilen zur Codierung von: 1.) gegenwärtigen Staaten und einigen abhängigen Gebieten (ISO 3166-1); 2.) staatlichen Untereinheiten (ISO 3166-2) und 3.) ehemaligen Staaten (ISO 3166-3). Die Ländercodes können in der ISO-3166-1-Kodierliste nachgeschlagen werden. Die ISO veröffentlicht die aktuellen Kodierlisten auf einer Website, auf der auch  Änderungen eingepflegt werden. Die aktuellen Fassungen des ISO-Standards wurden im Jahr 2013 veröffentlicht. Der Kosovo ist darin zwar gelistet, ihm ist aber kein Kürzel zugeordnet, da er noch kein von allen UN-Mitgliedern völkerrechtlich anerkannter Staat war. Auch hier sind uns die Hände gebunden, wir müssen uns an die Vorgaben der ISO (International Organization for Standardization) halten. Das Kürzel XK wird derzeit als vorläufiger Code für Banküberweisungen in und aus dem Kosovo eingesetzt und taucht deshalb auch in unserer Karte auf. Das andere international verwendete Kürzel heißt RKS (für Republik Kosovo).

Quellen: EuroGeographics; Auswärtiges Amt; Bundesamt für Kartographie; UN; International Organization for Standardization; Wikipedia;

Zum Hintergrund: Am 8. Oktober 2008 beauftragte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Internationalen Gerichtshof (IGH) mit der Erstellung eines Rechtsgutachtens zur Gültigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo. Die UN-Generalversammlung folgte damit einem Antrag Serbiens. Beim IGH hatten 21 Staaten, die den Kosovo anerkennen, und 14 Staaten, die sich gegen die Unabhängigkeit aussprechen, Stellungnahmen eingereicht. Das Gutachten des IGH wurde am 22. Juli 2010 veröffentlicht. Demnach verstieß die Unabhängigkeitserklärung nicht gegen das Völkerrecht. Die auswärtigen Beziehungen stehen bislang im Schatten des Streites um die diplomatische Anerkennung. Eine Reihe von Staaten, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, haben seit Februar 2008 Botschaften in Priština eröffnet. Die Nachbarländer Albanien, Montenegro und Mazedonien haben diplomatische Beziehungen zu Kosovo aufgenommen.

Serbien und der Kosovo einigten sich am 24. Februar 2012 über das künftige Auftreten des Kosovo bei internationalen Verhandlungen und über das gemeinsame Management der Grenze. Die Einigung sieht vor, dass der Kosovo künftig bei allen regionalen Konferenzen unter dem Namen „Kosovo“ auftreten sowie Abkommen selbst schließen kann (bisher war dafür die UN-Vertretung im Kosovo zuständig). Der Name Kosovo wird mit einem Sternchen versehen, welches auf eine Fußnote verweist: demnach ist mit diesem Namen keine Anerkennung der Unabhängigkeit verbunden. Zudem wird auf die UN-Sicherheitsratsresolution aus dem Jahr 1999 verwiesen, in der Kosovo als Teil Serbiens bezeichnet wird.

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Kommentare (1)

Gollopeni am

Der Kosovo gehört wieder an Albanien angegliedert.Auf dem Amselfeld sind mehr Albaner gestorben, die gegen Türken und Slaven Europa verteidigt haben.Es gibt heute immer noch zwei Fronten die Europa zusammen halten.

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