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Saranda gehört zu den wenigen bekannten albanischen Urlaubsorten. Foto: BR | Michael Mandlik

Reisetagebuch Albanien
Geheimtipp? Ja. Unbedingt!

In wohl kaum einem anderen Land auf dem Balkan ist die Diskrepanz zwischen bestehendem Image und der real existierenden Situation größer als in Albanien. Das ist zumindest meine Erfahrung und auch mein Fazit, das ich nach dieser Albanienreise ziehen kann. Ich war für den ARD-Weltspiegel unterwegs und habe in kurzer Zeit sehr viel gesehen von Land und Leuten. Ich bin vom Norden in den Süden und wieder zurück gefahren. Ich habe die Metropole Tirana als eine sehr junge, aufstrebende, quirlige und lebenslustige Stadt erlebt. Ich habe dort mit vielen Einheimischen gesprochen, die von den düsteren Zeiten der kommunistischen Vergangenheit nichts mehr wissen wollen und große Hoffnung haben, dass das Land möglichst bald Mitglied der Europäischen Union wird. Ich habe junge Menschen voller Elan getroffen, Restaurant- und Ladenbesitzer, Souvenirhändler, Hoteliers, Transportunternehmer, die vor allem in einen verbesserten Tourismus investieren und ihre individuellen Chancen zum wirtschaftlichen Aufstieg nutzen wollen. Diese aufgeklärten und nach vorne denkenden Albaner sind die große Hoffnung für das Land. Denn natürlich gibt es auch die Kehrseite: bittere Armut in den ländlichen Gegenden, Korruption und Kriminalität, illegale und nur zur Hälfte hochgezogene und längst wieder verfallende Bauruinen – überall. Dazu die mancherorts immer noch beängstigende Gleichgültigkeit gegenüber einer allgegenwärtigen Umweltverschmutzung: wilde Müllkippen mit Bergen an Plastik, Haushaltsresten und sonstigem Abfall – auch an Stellen, an denen man eigentlich Ehrfurcht vor der ansonsten wunderbar schönen Landschaft Albaniens vermuten würde. Angeblich soll sich aber auch hier das allgemeine Bewusstsein in einem Wandel befinden – laut amtlicher Statistik hat sich mit der Einführung zentraler Mülldeponien sowie kontrollierter kommunaler Müllentsorgungseinrichtungen die Umweltsituation bereits nachhaltig verbessert, vor allem in jenen Gegenden, die schon demnächst zu touristischen Wachstumsregionen aufgebaut werden sollen.

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'Making of'-Dreharbeiten Albanien

Video: BR | Tamara Link

Denn auch das gibt es in Albanien: weite unverbaute Buchten, menschenleere Traumstrände mit türkisblauem Meer, wilde Bergregionen mit sprudelnden Gebirgsbächen und kristallklarem Wasser darin. Breite fruchtbare Täler, umsäumt von massiven, steilen Gebirgszügen – eigentlich eine echte Offenbarung mindestens für Tourenfahrer und Mountainbiker.

Aus touristischer Sicht ist Albanien in weiten Teilen noch „terra incognita“, unbekanntes Land. Wenn bislang jemand die teils paradiesisch anmutenden Landschaften entdeckt hat, dann waren dies vornehmlich Individualtouristen mit Abenteuerperspektive. Denn um an diese Geheimtipps zu gelangen, benötigt man zum Teil noch geländegängige fahrbare Untersätze bzw. entsprechend leidensfähige Caravans. Die Infrastruktur, vor allem Straßen und Zufahrtswege sind gelegentlich in einem so jämmerlichen Zustand, dass das Erreichen der Reiseziele einen entsprechend forschen Entdecker-Geist voraussetzt. Und auch am Ziel sollte man nicht überall Unterkünfte nach allgemein üblichem touristischem Standard erwarten. Dafür ist aber das, was man dann als „Landschaft pur“ bekommt, tatsächlich jede Anstrengung wert.

Noch also kann man sie entdecken – die weitgehend unberührte Natur Albaniens. Wer weiß, wie es hier schon in zehn Jahren aussehen wird, wenn eine dann voraussichtlich verbesserte Infrastruktur, wenn Straßen, Hotels und alle weiteren Versorgungseinrichtungen im Tourismussektor erst mal „massentauglich“ geworden sind.

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Gebirgsbach in Albanien

Video: BR | Michael Mandlik

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Abendpanorama der nordalbanischen Stadt Shkodra von der Burg Rozafa

Video: BR | Michael Mandlik

Für das BR-Team jedenfalls waren die Dreharbeiten gerade in zeitlicher Hinsicht eine echte Herausforderung. So wurde etwa die gesamte Strecke von Österreichs Hauptstadt Wien über Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro bis nach Albanien und zurück mit einem Auto bewältigt. Nach Klärung sämtlicher Drehanfragen durch den langjährigen albanischen Mitarbeiter des ARD-Studios Wien in Tirana, Astrit Ibro, waren die Arbeitstage für das Team, insbesondere für Kameramann Daniel Dzyak ,Videojournalistin Tamara Link und den albanischen Produktionsassistenten Elton Lame sehr lang; bei einer wie gewöhnlich knapp bemessenen Drehzeit und eng gesetzten Terminen musste ja möglichst viel an Bildmaterial gesammelt und am Ende jedes Drehtags ausgewertet werden. Dazu kam natürlich für alle die Social-Media-Begleitung der Reise auf Twitter, Facebook, Instagram sowie mit dem „Reisetagebuch“ auf der Onlineseite des ARD-Studios Wien. Wichtigste kameratechnische Arbeitsgeräte waren eine Canon C-300, eine Sony FS-5, eine GoPro sowie eine Kameradrohne für Flugaufnahmen. Sehr erfreulich dabei: die gesamte Technik hatte auch bei den vor allem in Südalbanien herrschenden Außentemperaturen bis an die 40°- Celsius fehlerfrei funktioniert.

Die entsprechende Weltspiegel-Reportage „Albanien: Traumstrände, Trutzburgen und Bunker“ ist am Samstag, den 30. Juli um 16.30 Uhr im Fernsehprogramm der ARD; außerdem gibt es schon am Sonntag davor, am 24. Juli um 16.45 Uhr im „Euroblick“ des BR-Fernsehens einen Magazinbeitrag aus Albanien zu sehen.

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Autofahrt zum Koman-Stausee Albanien

Video: BR

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