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127 neu identifizierte Opfer des Massakers von Srebrenica wurden am 11. Juli 2016 beigesetzt. Foto: picture-alliance | dpa

21. Jahrestag des Massakers von Srebrenica
Die Aussöhnung stockt

Mehr als 10.000 Menschen haben am Friedhof von Potocari des 21. Jahrestages des Massakers im nahegelegenen Srebrenica gedacht. Dabei wurden auch 127 Opfer des schwersten Kriegsverbrechens in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beerdigt. Vertreter der serbischen Regierung – die das Massaker weiterhin nicht als Völkermord anerkennt – waren nicht anwesend.  Der Bürgermeister von Srebrenica hatte der serbischen Staats- und Regierungsspitze auf Wunsch der   Familienangehörigen eine Teilnahme an der Gedenkveranstaltung untersagt. Erst am Samstag hatte sich der serbische Präsident Tomislav Nikolic erneut gegen die Annahme einer von mehreren Kleinparteien eingebrachten Resolution ausgesprochen, die das Massaker von Srebrenica als Völkermord klassifiziert hätte. Man könne keinen Text annehmen, in dem nur ein Volk als Opfer bezeichnet wird, erklärte Nikolic.

Bei der Gedenkfeier am Montag forderten der Präsident des UNO-Kriegsverbrechertribunals, Carmel Agius, sowie der Präsident des bosnischen Staatspräsidiums, Bakir Izetbegovic, einmal mehr eine Anerkennung der Völkermordes von serbischer Seite. Dies wäre ein erster Schritt zur wahren Versöhnung, betonte Izetbegovic. „Das, was vor 21 Jahren in Srebrenica passiert ist, ist eine tragische Realität, die nicht geändert werden kann“, unterstrich Agius.  Der Internationale Gerichtshof hatte 2007 das Srebrenica-Massaker als Völkermord qualifiziert. 38 Beteiligte sind seither zu insgesamt 637 Jahren Haft verurteilt worden, darunter drei lebenslange Haftstrafen. Weiterhin nicht abgeschlossen ist der Prozess gegen den früheren Präsidenten der Republika Srpska, Radovan Karadzic, der Ende März vom UNO-Tribunal zu 40 Jahren Haft verurteilt worden war, jedoch Berufung eingelegt hat. Auch das Verfahren gegen seinen damaligen Militärchef Ratko Mladic ist noch im Gang.

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Bericht: Till Rüger

Kamera:  Mladen Pehar / Alex Goldgraber

Schnitt:  Christine Dériaz

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