An mehr als 300 Krankenhäuser hat das Unternehmen Hexi Pharma jahrelang verdünnte Desinfektionsmittel geliefert (Symbolbild). Foto: picture-alliance | dpa

Skandal in Rumänien
Pharma-Hersteller geht über Leichen

Es ist ein Skandal, der weite Kreise zieht. An mehr als 300 Krankenhäuser hat das Unternehmen Hexi-Pharma jahrelang verdünnte Desinfektionsmittel geliefert. Der Skandal flog im Zuge der Brandkatastrophe im Bukarester Rock-Club „Colectiv“ auf. Denn einige der Opfer starben nicht an ihren Brandverletzungen, sondern an gefährlichen Krankenhaus-Keimen.

Ein Team von Investigativ-Journalisten ging dem nach und förderte zutage, dass das Unternehmen nicht nur jahrelang systematisch die Desinfektionsmittel verdünnt und den Profit eingestrichen hat. Die Rede ist auch von gefälschten Ausschreibungen. Und der Geheimdienst wusste offenbar von dem Sumpf.

Offenbar wussten auch viele Behörden davon, recherchierten die Journalisten um Catalin Tolontan. Der zuständige Gesundheitsminister ist nach Protesten mittlerweile zurück getreten. Der Hexi-Pharma-Chef starb bei einem Auto-Unfall, möglicherweise ein Selbstmord. Er raste mit Höchstgeschwindigkeit gegen einen Baum.

Die Antikorruptionsbehörde ermittelt jetzt auch wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche gegen zwei weitere Firmen des Hexi-Pharma-Gründers Dan Condrea auf Zypern. In 300 rumänischen Krankenhäusern und Häusern von Komplizen veranlasste die Generalstaatsanwaltschaft  Durchsuchungen.

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