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Manfred Deix. Foto: BR

„Ich bin ein zeichnender Beach-Boy“
Karikaturist Manfred Deix stirbt mit 67 Jahren

Er liebte seine Frau, er liebte seine Dutzenden Katzen, er liebte die Beach Boys – und vor allem liebte er den Spott: Manfred Deix, 1949 in St.Pölten als Gastwirtssohn geboren, ist im Alter von 67 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben. Ende 2014 war der Kettenraucher bereits wegen eines Lungeninfarktes behandelt worden.

Deix gilt als einer der bekanntesten Karikaturisten Österreichs. Er war aber überall im deutsch-sprachigen Raum bekannt. Seinen Landsleuten hielt er einen gnadenlosen Spiegel vor. Die Figuren, die er zeichnete, waren dick, hässlich, kleingeistig, triebgesteuert. „Er zeigte uns, dass das Werk des Schöpfers nur so strotzt von Fehlern, Peinlichkeiten und Schnitzern“, sagte sein Maler-Freund Gottfried Helnwein, mit dem er zusammen in Wien Kunst studiert, das Studium aber nie abgeschlossen hatte. Er wollte die Leute zum Lachen bringen, sagte Deix zu Lebzeiten.

Auch Circus-Roncalli-Chef Bernard Paul zählte zu seinen Wiener Studienfreunden. Er glaubt, dass Deix international auch Erfolg hätte haben können. Doch der wollte mit seinen Katzen und seiner Frau lieber in Österreich leben, aus „Bequemlichkeit“.

Vor 15 Jahren hatte Deix in Krems an der Donau das Karikaturmuseum mit gegründet, dort sind viele seiner Zeichnungen ausgestellt. Architekt Gustav Peichl hat das Haus für ihn gebaut, der Karikaturisten-Kollege bezeichnete Deix als „einen der Großen“.

Manfred Deix selbst, der als glühender Fan der Beach Boys mit einer eigenen Band auch Titel der Kalifornier ins Wienerische übertragen hatte, hatte über sich selbst einmal gesagt: „Ich bin ein zeichnender Beach-Boy – Fun,Fun,Fun“.

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Nachruf Manfred Deix:„Ich bin ein zeichnender Beach-Boy“

Beitrag: Darko Jakovljevic

Schnitt: Christine Dériaz

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