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Die Landschaft Montenegros hat viele Gesichter. Foto: BR | Michael Mandlik

Zwischen Alltag und Abenteuer
Mit dem Auto von Wien nach Tirana

Sie ist schon ein rechter „Schlauch“, die 1230-Kilometer lange Fahrtstrecke von der österreichischen Hauptstadt Wien in die albanische Hauptstadt Tirana. Laut Navi fährt man das Ganze an einem Stück in dreizehneinhalb Stunden. Das Fernsehteam des ARD-Studio Wien nimmt sich hierfür zwei Tage Zeit, denn schließlich soll unterwegs auch gedreht werden – für eine ARD-Weltspiegel-Reportage. Die Strecke des ersten Tages ist relativ komplikationslos – bis ins südliche Kroatien führen gut ausgebaute Autobahnen. Am zweiten Tag aber schlagen wir den Weg zunächst direkt an der Küste ein – am malerischen Dubrovnik vorbei über zerklüftete Gebirgszüge und steile Täler in Bosnien-Herzegowina und Montenegro bis hinein ins nördliche Albanien. Der zeitliche Mehraufwand, die eigentlich kürzere Strecke des zweiten Tages zu bewältigen, ist erheblich, auch, weil man unvermittelt in kurzer Aufeinanderfolge Landesgrenzen passieren muß, an denen standardmäßig Personen und Fahrzeuge beim Grenzübertritt kontrolliert und registriert werden. Das kann dann, wie am kroatisch-bosnischen Grenzpass bei Pojezerje, schon mal dauern; nicht, weil es so viele Fahrzeuge gewesen wären. Aber in dem knappen Stündchen Wartezeit kann man ganz gut beobachten, wie es ist ( und auch in Westeuropa einmal war), wenn sich vor und hinter jedem Fahrzeug der Schlagbaum hebt und senkt, freundliche, aber ihrer Autorität bewußte Grenzbeamte Pässe und Fahrzeugpapiere einsammeln, gemessenen Schrittes ins Kontrollhäuschen schlendern, um Minuten später mit allem wieder aufzutauchen. Papiere werden durchs Fahrzeugfenster gereicht, darauf wird kurz salutiert und sogar eine gute Weiterfahrt gewünscht. Gut, es wirkt dann auf einmal persönlicher, aber es dauert eben auch.

Stau auf einem Bergpass in Montenegro. Foto: BR | Michael Mandlik
Stau auf einem Bergpass in Montenegro. Foto: BR | Michael Mandlik

Überhaupt ist Geduld ein guter Begleiter auf der Weiterfahrt, so wie in dieser Gebirgsstrasse in Montenegro, als man hinter einer sehr engen Kurve voll in die Bremsen treten muss, weil man unvermittelt im Stau steht. Über eine Stunde später erfahren wir, dass einen Kilometer weiter vorne zwei riesige Felsblöcke auf die Straße gestürzt waren. Und bis die Bulldozer da waren, das dauerte natürlich ebenfalls. Vorsicht bei der Fahrt auf solchen Strecken ist aber auch aus anderen Gründen angebracht: Kühe, Schafe und Ziegen nützen auch gerne den bequemeren asphaltierten Weg als die unwegsamen Trampelpfade links und rechts der Straßen – und es scheint, als hielten sie sich am liebsten an den für die Autolenker unübersichtlichsten Stellen auf. Dafür begrüßt uns später auch eine neugierige Kuh an der Zapfsäule einer Tankstelle im Tal bei Niksic. Besonders an unserem Kameramann Daniel scheint sie einen Narren gefressen zu haben, jedenfalls folgt sie ihm an dieser Tankstelle auf Schritt und Tritt. Albanien empfängt uns schließlich mit einem gewaltigen Wolkenbruch, danach aber ist die Luft klar und erfrischend und wir kommen auf sehr gut ausgebauten Straßen vorbei an der nordalbanischen Stadt Shkodra schließlich in der Metropole Tirana an. Die lange Strecke ist bewältigt, doch für das Team des ARD-Studio Wien geht die Arbeit jetzt erst richtig los.

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