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Spanische Hofreitschule
Lipizzaner auf Stadtspaziergang

Künftig wird es am Vormittag im Wiener Burggarten zu regelmäßigen Lipizzaner-Sichtungen kommen, denn die Spanische Hofreitschule darf das Grünareal nutzen, um dort die Pferde zu bewegen. Den Bereitern steht die Parkanlage täglich von 7.00 bis 10.00 Uhr für Ausritte offen. Die Topurosten dürfen mit dabei sein: Anschauen der Tiere ist erlaubt, Streicheln und Füttern allerdings nicht. Hofreitschul-Generaldirektorin Elisabeth Gürtler betonte, dass die Lipizzaner im Burggarten nicht arbeiten müssten: „Sie werden hier nur spazieren gehen, sich strecken können, die Bäume anschauen, die Vögel anschauen, die Fußgänger besichtigen, damit sie weniger Angst vor Dingen haben, die sich bewegen“, betonte sie. Die morgendlichen Ausritte seien „keine Konkurrenz“ zur traditionellen Morgenarbeit in der Winterreitschule. Die Ausflüge ins Grüne sollen sich vielmehr positiv auf die Psyche der Tiere und die Tiergesundheit auswirken.

Die Idee, ein City-Ausreitareal für die Lipizzaner zu finden, habe es schon mehrere Jahre gegeben, erzählte Geschäftsführer Erwin Klissenbauer. Der Heldenplatz und der Volksgarten, die sich ebenfalls in Hofreitschul-Nähe befinden, seien zu wenig eingezäunt bzw. zu belebt und fielen daher als Optionen weg. Geworden ist es schließlich der Burggarten – wobei dieser unter Denkmalschutz steht. Man müsse sich allerdings keine Sorgen machen, dass das historische Areal unter den Pferde-Besuchen leiden werde, wurde heute versichert. Die Lipizzaner werden nämlich vorwiegend auf den asphaltierten Wegen unterwegs sein, teilweise aber auch auf der Wiese. Und Gürtler betonte: „Wenn der Boden nicht nass ist, dann wird das der Grasnarbe nicht wirklich schaden. Und wir werden sicher nicht in die Wiese hineingehen, wenn es geregnet hat. Denn wir wollen, dass das schön grün bleibt.“ Die Ausritte finden daher bei Schlechtwetter, aber auch bei Schnee und an Vorführungstagen nicht statt.

Die Reiter werden zudem von Hofreitschul-Mitarbeitern in den Burggarten begleitet, die sich zu den Ausgängen stellen – „falls ein Pferd auskommt und wieder eingefangen werden muss“, so Klissenbauer. Außerdem sammeln diese etwaige Hinterlassenschaften der Rösser ein. Die Parkbesucher dürfen sich den Pferden nähern, aber nicht streicheln oder füttern. Das sei ein „Hygiene- und Seuchenthema“, so der Geschäftsführer: „Man weiß nicht, ob die Personen, die die Pferde angreifen, vorher mit anderen Pferden Kontakt hatten.“ Der Burggarten war schon bisher – zumindest einen begrenzten Zeitraum über – Lipizzaner-Areal. Jahr für Jahr weiden hier im Sommer jene Lipizzaner-Fohlen und ihre Mutterstuten aus Piber, die Teil des Programms „Piber meets Vienna“ sind. Heuer wird der Nachwuchs im Juli in Wien erwartet.

Beitrag: Till Rüger

Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Christine Dériaz

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