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Österreichs Nationalmannschaft beim Freundschaftsspiel gegen die Schweiz am 17. November 2015. Foto: picture-alliance | dpa

EM 2016 - Österreich
Durch Vertrauen zum Erfolg

„Es ist uns klar, dass wir mit diesem Schreiben ein Tabu brechen – nämlich jenes, ein Medium massiv zu kritisieren“ – mit diesen Worten beginnt ein offener Brief, den die österreichischen Nationalspieler Ende Oktober 2013 auf der Verbandshomepage veröffentlicht haben. Adressat war eine österreichische Boulevardzeitung, die eine unsägliche Kampagne gegen Nationaltrainer Marcel Koller gestartet hatte. Grund für die Medienkampagne war die verpasste Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Dazu kamen Gerüchte, der Schweizer Koller wolle in Zukunft lieber sein Heimatland trainieren. Der offene Brief ist ein gutes Beispiel für das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft, das von Vertrauen und Respekt geprägt ist.

Koller blieb, Verband und Spieler stellten sich geschlossen hinter ihn. Die erstmalige Qualifikation für eine Europameisterschaft aus eigener Kraft – 2008 war man als Gastgeber automatisch qualifiziert – wurde mit neun Siegen und einem Unentschieden souverän gemeistert. Die Vorbehalte gegen den Schweizer waren bereits kurz nach seiner Bestellung als Teamchef Anfang Oktober 2011 offenkundig geworden. Als Nachfolger von „Schmähbruder“ Didi Constantini – der Taktik als überbewertet empfand und auf kritische Nachfragen auch mal Pressekonferenzen abbrach – wurde ihm sofort die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Boulevards und vermeintlicher Experten zuteil. Mit seiner Ruhe, seinem Sinn für Taktik und seiner akribischen Arbeitsweise wirkte Koller wie der Gegenentwurf zu Constantini. In einer an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Diskussionsrunde im ORF durften sich heimische Trainer (vor allem solche, die gerade auf Jobsuche waren) und Experten darüber auslassen, warum ein österreichischer Übungsleiter die bessere Wahl gewesen wäre.

Mittlerweile ist von dieser Stimmung nichts mehr zu spüren und das ganze Land steht hinter Kollers Elf. Eine nie dagewesene Euphorie hat die Mannschaft durch die Qualifikation begleitet und fand mit dem 4:1 Sieg in Schweden – der die Qualifikation perfekt machte – ihren vorläufigen Höhepunkt. Einige Diskussionsteilnehmer, wie ORF-Chefanalytiker und Fußballlegende Herbert Prohaska, haben sich längst öffentlich bei Koller entschuldigt. Andere Diskutanten wie Werner Gregoritsch arbeiten nun direkt beim österreichischen Fußballbund.

Doch alleine durch Euphorie lässt sich der Erfolgslauf nicht erklären. Der Schweizer – dem im Mai in Wien für seine Verdienste ein Goldenes Ehrenzeichen verliehen wurde – hat über Jahre hinweg eine Mannschaft aufgebaut, die bis auf wenige Ausnahmen zusammengeblieben ist. So hielt Koller etwa an Torwart Robert Almer fest, der mit 32 Jahren gerade seine erste Saison als Stammtorwart im Verein gespielt hat. Marc Jankos Karriere in der Nationalmannschaft schien vor zwei Jahren so gut wie vorbei, als er nach enttäuschenden Jahren auf Wanderschaft durch Europa mit wenig Spielpraxis zum Sydney FC nach Australien gewechselt war. Dort wurde er Torschützenkönig, ging anschließend nach Basel in die Schweiz, um dort in 20 Spielen 16 Tore zu schießen und Meister zu werden. Das Mannschaftsgefüge ist intakt – das wird auch dadurch sichtbar, dass die Mannschaft nicht wie in der Vergangenheit allein von Superstar David Alaba abhängig ist. Die prägenden Spieler in der EM-Qualifikation waren etwa der Neu-Leverkusener Julian Baumgartlinger, der Noch-Bremer Zlatko Junuzovic  – und eben Marc Janko. Bei beiden Siegen gegen Russland etwa fehlte Alaba verletzt.

Das erste Gruppenspiel bestreitet Österreich gegen Ungarn – das war im Jahr 1902 auch das erste Fußball-Länderspiel zweier nicht-britischer Mannschaften. Mit 136 Spielen ist diese Paarung nach Argentinien-Uruguay auch die am zweithäufigsten gespielte Begegnung überhaupt.

Tor - Tor
Torwart - Tormann
Elfmeter - Elfmeter
Freistoß - Freistoß
Eckball - Corner
Gelbe Karte - Gelbe Karte
Rote Karte(Platzverweis) - Rote Karte(Platzverweis)
Sieg/Unentschieden/Niederlage - Sieg/Remis/Niederlage
Ey, Schiri! - Ey, Schiri!
Der hat doch schon gelb - Der hat doch schon gelb
Das ist doch immer derselbe - Das ist doch immer derselbe
Jonglieren - Gaberln
Tunneln - Gurkerl
Europameister - Europamasta

Österreichisch für Fußballfans

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Vor der Abreise nach Frankreich, wurde die österreichische Nationalmannschaft von Bundeskanzler Christian Kern empfangen.
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