Am 01.06.2016 haben sich tausende Demonstranten auf dem Ban-Jelacic-Platz im Zentrum Zagrebs versammelt und für die Bildungsreform demonstriert. Foto: BR | Stjepan Milcic

Regierungskrise erstickt Hoffnungen vieler Schüler, Eltern und Lehrer
Bildungsreform in Kroatien droht zu scheitern

Kroatien, seit 2013 EU-Mitglied, steckt im Reformstau. Nicht nur die erst vor fünf Monaten gebildete Mitte-Rechts-Regierung ist schon wieder zerbrochen. Auch eine seit Jahren angestrebte Bildungsreform droht erneut zu scheitern. Vergangene Woche demonstrierten zehntausende Lehrer, Eltern und Schüler in Zagreb und anderen Städten für die Umsetzung der Reform. Doch die konservative Regierungspartei HDZ und im Hintergrund die katholische Kirche werfen der noch von der sozialdemokratischen Regierung eingesetzten Reformkommission Knüppel zwischen die Beine. Ein Lehrerverband forderte kroatische Eltern gar zur Massenauswanderung auf: „Wenn sie bleiben, werden ihre Kinder zu grauen, gleichgeschalteten und fantasielosen ferngesteuerten Wesen mit verkümmerter Kreativität“. Als würden nicht jetzt schon viel zu viele junge Talente Kroatien verlassen, als gäbe es nicht schon genug andere Probleme, deren Lösung durch den fortgesetzten „Kulturkampf“ im Land (die politische Linke ruft nach rechts: „Faschisten!“ Die Rechte ruft nach links: „Kommunisten!“) verhindert wird.

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„Wenn sie bleiben, werden ihre Kinder zu grauen, gleichgeschalteten und fantasielosen ferngesteuerten Wesen mit verkümmerter Kreativität“ - so ein Lehrerverband. Foto: BR | Stjepan Milcic
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