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Am 15. November schaffte die ungarische Nationalmannschaft die Qualifikation zur Euro 2016. Ein 2:1 Sieg gegen Norwegen im Play-off-Rückspiel brachte die erste Qualifikation für eine EM-Endrunde seit 1972. Foto: picture-alliance | dpa

EM 2016 - Ungarn
Die Last der "Goldenen Elf"

Letzter Härtetest für Deutschland vor der Europameisterschaft. Auf Schalke trifft „Die Mannschaft“ auf die von Bernd Storck und Andy Möller trainierte Nationalmannschaft aus Ungarn.

Die Erfolge des ungarischen Fußballs liegen schon lange zurück. Die letzte Qualifikation für eine Weltmeisterschaft gelang 1986, die Teilnahme an einer Europameisterschaft liegt mit dem Turnier 1972 in Belgien sogar noch weiter in der Vergangenheit. Obwohl die Magyaren 1964 und 1968 das Olympische Fußballturnier gewinnen konnten, wird die große Zeit nur mit der „Goldenen Elf“ der 50er Jahre rund um Ferenc Puskas und Nandor Hidegkuti verbunden. Für die Europameisterschaft in Frankreich hat es also endlich wieder funktioniert. In einer zugegebenermaßen recht leichten Gruppe, qualifizierte man sich als Tabellendritter hinter Nordirland und Rumänien für die Playoffs. Dort wurde Norwegen mit zwei Siegen ausgeschaltet.

Die Fans erwarten vor allem Einsatz und große Leidenschaft von ihrem Team. Denn wirklich große Sprünge wird man nicht erwarten können. Zum einen ist man auf dem Papier in einer Gruppe mit Österreich, Portugal und Island das schwächste Team. Zum anderen ist der Kader für ein weiterkommen wohl zu schwach besetzt. Generell ist Ungarn das Team mit dem geringsten Marktwert (Quelle: transfermarkt.de). Trainer Bernd Storck setzt bei seinem Team auf einige junge Spieler wie den 22-Jährigen Barnabas Bese von MTK Budapest, den gleichaltrigen Laszlo Kleinheisler von Werder Bremen und vor allem auf den 20-jährigen Mittelfeldspieler Adam Nagy vom ungarischen Double-Sieger Ferencvaros Budapest. Derzeit sollen sich, laut Gerüchten, der FC Liverpool und Chelsea um den kommenden Star der Magyaren bemühen. Den Kern der Mannschaft bilden aber die erfahrenen Spieler. Topstar ist Balazs Dzsudzsak, der für Bursaspor in der Türkei spielt. Der 37-jährigen offensive Mittelfeldspieler Zoltan Gera hat über sechs Jahre in England gespielt und der unverwüstliche Torwart Gabor Kiraly könnte mit seinen 40 Jahren zum ältesten Spieler der EM-Geschichte werden. Problematisch für Ungarn könnte die fehlende Spielpraxis und schlechte Leistung einiger Spieler werden. Kleinheisler – in der Nationalmannschaft gesetzt – kam bei Werder Bremen über die Rolle eines Jokers nie hinaus. Gleiches gilt für Zoltan Stieber, der für mehr Spielzeit extra vom HSV nach Nürnberg ausgeliehen wurde. Bei Stürmer Adam Szalai mangelte es, wie bei der kompletten Mannschaft von Hannover 96 eigentlich an allem. In 16 Rückrundeneinsätzen reichte es lediglich zu einer Torvorlage. Auf dem Papier reist die Truppe von Bernd Storck zwar mit sechs Stürmern zur EM, ein Offensivfeuerwerk ist aber nicht zu erwarten. In der Qualifikation hat die Mannschaft nur einmal drei Tore erzielt – bei der 3:4 Niederlage am letzten Spieltag gegen Griechenland – und auch gegen Färöer wurden nur zwei knappe Siege eingefahren (1:0/2:1).

Mehr als eine Statistenrolle wird dem Team bei der EM wohl nicht spielen.

Damit die Nationalmannschaft Ungarns in Zukunft wieder eine Hauptrolle einnehmen darf, wird seit ein paar Jahren kräftig in die Infrastruktur investiert. Angeleitet vom größten Fußballfan des Landes, Ministerpräsident Viktor Orban höchstpersönlich,dem massiven Einsatz von öffentlichen Geldern und zum Teil fragwürdigen Ausschreibungsregelungen. In Orbans Heimatdorf Felcsut wurde die neue Fußballakademie angesiedelt, deren Spieler unter dem Namen Puskas Akademia FC gerade aus der ersten ungarischen Liga abgestiegen sind. Auch ein neues Stadion, mit dem Namen Pancho Arena wurde in Felcsut gebaut. Pancho war der Spitzname Ferenc Puskas´ in Spanien. Es könnte noch etwas dauern, bis sich das ungarische Nationalteam von seiner übermächtigen Vergangenheit befreien kann. Ein Anfang wäre eine ordentliche Europameisterschaft.

Tor - gól
Torwart - kapus
Elfmeter - tizenegyes
Freistoß - szabadrúgás
Eckball - szöglet
Gelbe Karte - sárga lap
Rote Karte(Platzverweis) - piros lap (kiállítás)
Sieg/Unentschieden/Niederlage - győzelem/döntetlen/vereség
Ey, Schiri! - ej, bíró!
Das ist doch immer derselbe - Mindig csak ugyanaz
Der hat doch schon gelb - Már kapott sárga lapot
Gaberln - dekázni
Tunneln - kötény
Europameister - Európabajnok

Ungarisch für Fußballfans

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Puskas-Denkmal in Budapest. Foto: BR | Attila Poth
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