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Auch nach mehr als 10 Tagen seit der Nacht und Nebel-Aktion ist das Bild fast unverändert chaotisch. Das Gelände ist nach wie vor ganz ungesichert. Angeblich wird der Bauschutt nicht geräumt, weil die Polizei eine „Tatortuntersuchung“ durchführen muss. Arme Roma durchsuchen die Überreste nach verwertbaren sekundären Rohstoffen, hauptsächlich Kupfer und Eisen. Foto: BR | Dejan Stefanovic

Belgrad bekommt neues Viertel
Luxusstadt oder Luftschloss?

Nach dem Vorbild atemberaubender Projekte in den arabischen Golfstaaten soll Belgrad in einem Kraftakt neu gestaltet werden. Das aus Abu Dhabi stammende Bauunternehmen Eagle Hills will drei Milliarden Euro in der serbischen Hauptstadt investieren, um am rechten Ufer des Save-Flusses ein Stadtviertel der Superlative mit Luxuswohnungen in Hochhäusern zu errichten. So soll es etwa einen 220 Meter hohen Wolkenkratzer geben, Büros, Hotels und Einkaufszentren. Die serbische Regierung will in dem öffentlich-privaten Projekt der Extraklasse ein 90 Hektar großes Areal für die Prachtbauten auf eigene Kosten vorbereiten. Der alte Bahnhof soll verlegt und ein neuer gebaut werden.  Ministerpräsident Aleksandar Vucic wolle damit in die Geschichtsbücher eingehen, mutmaßen Kritiker. Der Regierungschef preist die „historischen Chancen“ an: Belgrad solle zum Wirtschaftszentrum von Südosteuropa aufsteigen und ein internationaler Magnet für Touristen werden.

Der Architektenverband AAS fuhr vor wenigen Tagen starke Geschütze gegen das Projekt auf: Das Vorhaben beruhe auf der Basis eines Modells, „dessen Autor und Herkunft unbekannt sind“. Vucic habe für sein Lieblingsprojekt die Parlamente als Bürgervertretungen „in Zustimmungsmaschinen umgewandelt“. Es gebe Verstöße gegen die Verfassung, zahlreiche Gesetze und internationale Konventionen. Der Staat habe sich gegenüber dem privaten Investor vom Golf zu gewaltigen, aber eigentlich unlösbaren Infrastrukturmaßnahmen verpflichtet. So müsse der Hauptzubringer zum neuen Viertel, die Savska-Straße, zwölfspurig ausgebaut werden. Doch dafür fehle der Platz. Niemand wisse, wie täglich 25 Millionen Kubikmeter Wasser, 100 Megawatt Strom und 40.000 Parkplätze bereitgestellt werden könnten. Daher laute die „einzig vernünftige Schlussfolgerung, das Projekt eiligst aufzugeben“, hieß es in einer Analyse von Experten.

 

ARD Korrespondent Ralf Borchard, hat sich das Projekt „belgrade waterfront“ mal genauer angeschaut:

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Kamera: Zarko Bogdanovic

Schnitt: Christine Dériaz

Beitrag: Ralf Borchard

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