Das Zitat stammt aus dem Buch

Eindrückliche Erinnerungen an den Krieg in Bosnien
"KINDHEIT IM KRIEG"

In Sarajevo ist vergangene Woche die erste Ausstellung des „Museums der Kindheit im Krieg“ zu Ende gegangen. Das neu gegründete Museum hat zwar viele Exponate, aber keine Räume. Eine typisch bosnische Geschichte: Junge Menschen wollen etwas unternehmen und die Behörden zeigen wenig Interesse dafür.
Um der Öffentlichkeit aber zu zeigen, was alles in so einem Museum ausgestellt werden könnte, wenn Räumlichkeiten von der Stadt zur Verfügung gestellt würden, hatte das Museum seine erste Ausstellung im renommierten „Historischen Museum“ in Sarajevo eröffnet.

 

„Ich fragte Dina, ob wir rausgehen wollen. Sie erwiderte verängstigt, dass sie das nicht tun darf, denn falls sie stirbt, würde ihre Mutter sie umbringen.“

Amra (geb. 1984), Zitat aus dem Buch zur Ausstellung "Kindheit im Krieg"

„Schutzsuchend unter dem alten Holztisch. Von 4 Wänden umgeben wartend auf das Paket (aus den Hilfslieferungen), was meine größte Freude war.“

Armin (geb. 1986), Zitat aus dem Buch zur Ausstellung "Kindheit im Krieg"

„Meine Mutter sagte: Vorsicht Heckenschützen! Lauf! Erst nach dem Krieg habe ich erfahren, was ein Heckenschütze ist.“

Tijana (geb. 1987), Zitat aus dem Buch zur Ausstellung "Kindheit im Krieg"

Das Interesse der Öffentlichkeit war riesig und viele Besucher war tief berührt von den persönlichen Videos, Alltagsgegenständen, Briefen und Tagebüchern, die den Krieg in den 90er Jahren mit den Augen und aus den Herzen der damaligen Kinder dokumentieren.

Auch das 2013 veröffentliche Buch „Kindheit im Krieg“ wurde ausgestellt, in dem über 1000 Aussagen auf die Frage „Was ist für dich die Kindheit im Krieg? “ aufgeführt werden. Keine Aussage hat mehr als 160 Zeichen. Aber mehr brauchen man nicht, um seine Schrecken des Krieges in Worte zu fassen.

Die Kinder „von damals“ sind heute Erwachsene und jeder hat seine Erinnerungen verarbeitet so gut er es vermag. Aber diese Ausstellung ist Gleichzeitig ein Mahnmal für unsere Gegenwart. Für die tausenden Kinder, die heute aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan und anderen Teilen der Welt zu uns fliehen, sind dies noch keine Erinnerungen, sondern immer noch lebendige Erlebnisse, die schmerzhaft in ihnen brennen.

„Kleine Papierschnipsel fliegen durch die Luft… weiße, graue, schwarze überall im Hof. Meine Mutter weint: „Die Nationalbibliothek brennt!“

Emel (geb. 1985), Zitat aus dem Buch zur Ausstellung "Kindheit im Krieg"
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