Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Das ehemalige Karmeliterkloster auf dem Budaer Burgberg wird für den Premier umgebaut - inklusive Prachtbalkon. Foto: Tamas Botos | 444.hu

„Schwarzbau” gegen Weltkulturerbe
Vom Parlament ins Kloster – Ein Prachtbalkon für Viktor Orban

Ein Stück Weltkulturerbe der UNESCO steht auf dem Budaer Burgberg unter Belagerung. Denn Presslufthämmer bohren sich in altes Gemäuer, Kräne ragen bedrohlich in den Himmel über dem ehemaligen Karmeliterkloster. Das altehrwürdige Palais wird der neue Sitz des rechtskonservativen Premiers Viktor Orban. Mit dem milliardenschweren Umbau erhält das ehemalige Kloster auch einen langen Balkon auf der Donauseite. Der steht jedoch als „Schwarzbau” bereits im Kreuzfeuer der Kritik, er wird von Experten des Denkmalschutzes als „regelwidrig und fachlich bedenklich bezeichnet“. Da das ehemalige Kloster zum Weltkulturerbe gehört, seien solche Anbauten nicht gestattet.

 

Während das Amt des Ministerpräsidenten behauptete, dass alle Genehmigungen für den Bau vorlägen, dementierte dies die UNESCO. Von der internationalen Organisation sei lediglich die Genehmigung für den Erhalt der Bausubstanz des Klosters erteilt worden, um die die Regierung auch nur ersucht hätte. Die Ungarische Liberale Partei erstattete Anzeige wegen „Denkmalzerstörung”.

 

Der für den Umbau des Palais aus dem 18. Jahrhundert zuständige Architekt Gabor Zoboki, der auch die Idee des Balkonbaus hatte, beruhigte in den Medien: der Balkon könne in zwei Tagen demontiert werden, falls die Nachwelt das verlange. Verschwendung von Steuergeldern? Kein Thema.

 

Das ehemalige Kloster liegt nahe dem einstigen königlichen Palast und dem Sandorpalast, in dem der Staatspräsident residiert. Wenn Orban vom Parlament ins Kloster zieht, wird auch die Umgebung renoviert. Immerhin soll der Burgberg dann zum repräsentativen Hof des Premiers werden.

Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.